Sport am Ostbahnhof : Die Körbe hängen jetzt höher

Basketball über dem Eis: Alba folgt den Eisbären und spielt künftig in der neuen Großarena am Ostbahnhof. Wie viel Geld für den Umzug floss, bleibt ein Rätsel.

Helen Ruwald
Basketball
Albas Aufsichtsratchef Axel Schweitzer (r.) und Detlef Kornett haben sich geeinigt. -Foto: camera4

BerlinDie ersten Würfe aus zwei Metern gingen weit daneben. Alba Berlins Aufsichtsratsvorsitzender Axel Schweitzer traf ebenso wenig wie Detlef Kornett, der Geschäftsführer der Anschutz Entertainment Group. Erst nach ein paar Versuchen brachten die Herren den Ball in dem Korb unter, der vor den Baggern an der noch im Bau befindlichen Großarena am Ostbahnhof aufgestellt worden war.

Die Profis des deutschen Basketballmeisters sollen es besser machen, wenn sie ab Herbst in der neuen Halle spielen. Schon seit Monaten wurde über einen Umzug Albas von der Max-Schmeling-Halle in die Großarena gesprochen, doch erst am Samstag wurde der Vertrag unterschrieben. Gestern meldeten Alba und der Hallenbetreiber, die Anschutz-Gruppe, den Deal offiziell als perfekt.

Was wurde an Alba für den Umzug gezahlt?

"Das ist ein historischer Schritt“, sagte Axel Schweitzer, "die Präsentationsmöglichkeiten für Basketball brauchen den Vergleich zur NBA nicht scheuen. Wir werden Alba Berlin in den kommenden Jahren zu einer großen Basketball-Marke in Europa ausbauen.“ Der Vertrag läuft über 15 Jahre mit einer Option auf weitere zehn Jahre.

"Ich gehe von mindestens 25 Jahren aus“, sagte Schweitzer. Das Gerücht, dass die Anschutz-Gruppe Alba für den Umzug eine Million Euro zu zahlen bereit war, hatte Albas Geschäftsführer Marco Baldi vor zwei Wochen ins Reich der Fantasie verwiesen – verstummt ist es nicht. Zu finanziellen Aspekten des Deals wollten sich beide Seiten gestern nicht äußern.

Schweitzer:  Wir haben neue Vermarktungsmöglichkeiten

Voraussichtlich am 21. September wird Alba zum Bundesligastart gegen Quakenbrück erstmals in der Arena spielen. Zumindest zu diesem Auftakt soll die Halle mit 15.000 Fans ausverkauft sein. Eine Woche vorher, am 14. September, empfängt der deutsche Eishockey-Meister Eisbären Berlin in seinem ersten Saisonheimspiel die Augsburg Panther. Albas bisheriger Schnitt von mehr als 7000 Zuschauern soll künftig durch den Event-Charakter gesteigert werden.

Details zu den Show-Elementen konnte Alba gestern noch nicht nennen. Der Dauerkartenverkauf beginnt sofort, der Verkauf von Einzelkarten, die es ab 10 Euro geben wird, voraussichtlich im August. "Bis 2010 wollen wir unseren Etat ja auf 10 Millionen Euro erhöhen. Ich gehe davon aus, dass wir das hinkriegen. Jetzt haben wir ja ganz neue Vermarktungsmöglichkeiten“, sagte Schweitzer.

Alba und Eisbären können an einem Tag spielen

Etwa durch den 12x12-Meter großen Videowürfel und durch VIP-Logen. Entscheidend wird auch der sportliche Erfolg sein, zur europäischen Spitze ist es allerdings ein weiter Weg. Zumindest hat Alba sich als Meister für die Europaliga qualifiziert. Die Gruppen werden heute in Berlin ausgelost, das Final Four findet im Mai 2009 in der Großarena statt. Trainieren werden die Alba-Profis weiter in der Max-Schmeling-Halle, die neue Halle ist eine reine Veranstaltungsarena.

Innerhalb weniger Stunden kann die Halle umgebaut werden, Alba und die Eisbären könnten sogar an einem Tag spielen. Die Eisfläche bleibt, Abdeckplatten müssen für Alba-Spiele nur darübergelegt, die Tribüne per Knopfdruck an ein Basketball- oder Eishockeyfeld angepasst werden. Dazu kommt die Reinigung der Halle im Schnelldurchgang sowie die Änderung der Dekoration. Vorbild ist das Staples Center in Los Angeles. "Da dauert der Umbau 107 Minuten“, sagt Kornett.

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