Sport : Sport im Akkord

Nach dem erfolgreichen Kongress bereitet sich Berlin auf große Ereignisse vor – und denkt an Olympia

Robert Ide /Friedhard Teuffel

Berlin - Jacques Rogge fiel es nicht schwer, die richtigen Worte zu finden. Als der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) nach der Organisation des Kongresses „Sportaccord“ in Berlin gefragt wurde, sagte er nur: „Exzellent.“ Dann lächelte er.

Fünf Tage lang haben die wichtigsten Sportfunktionäre der Welt in Berlin getagt, zeitgleich beriet das IOC über die Reformen des Olympia-Programms und den Ausrichter für die Spiele 2012. Im Hotel Interconti reihten sich Präsentationen von Sportverbänden und Sponsoren aneinander, in die Tagungsräume strömten 1000 Besucher. „Berlin hat mit dem Kongress Maßstäbe gesetzt“, lobte Klaus Steinbach, der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK).

Am Stand von Berlin war die Freude nicht zu übersehen. „Diese Tage helfen uns in der Welt des Sports“, sagte Sportsenator Klaus Böger. Langfristig will der Senat die Stadt wieder für Olympische Spiele positionieren. Ein guter Kongress ist da nur ein Anfang. Noch ist nicht klar, ob sich eine deutsche Stadt für 2016 bewirbt. Sollte das favorisierte Paris die Spiele 2012 bekommen, wird Europa zunächst aussetzen müssen. Auch in Deutschland wäre eine Berliner Bewerbung umstritten. Hamburg hatte bei der nationalen Vorauswahl ein hervorragendes Konzept vorgelegt. „Außerdem werden wir uns frühestens im Herbst entscheiden, ob wir uns um Sommer- oder Winterspiele bewerben“, sagt NOK-Chef Steinbach.

Bis Berlin große Pläne entwickeln kann, muss es sich um die gute Organisation bereits eingeworbener Veranstaltungen kümmern. Dazu zählen vor allem die Fußball-WM 2006 und die Leichtathletik-WM 2009. Hier wurden am Rande des „Sportaccord“ erste Entscheidungen getroffen. Demnach stehen der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und Leichtathletik-Chef Clemens Prokop an der Spitze des Organisationskomitees für 2009, ein Geschäftsführer soll noch berufen werden. Der Ehrenpräsident der Industrie- und Handelskammer, Werner Gegenbauer, arbeitet überraschend nicht mit – aus privaten Gründen. Gegenbauer hatte die Bewerbung maßgeblich mitgeprägt. „Meine Absage hat nichts mit der Organisation und den handelnden Personen zu tun“, sagte er. Gegenbauer hatte im Winter ein Konzept für die WM gefordert – bis jetzt gibt es allerdings noch keines.

Die Sportfunktionäre sind zufrieden abgereist. Nun muss Berlin zeigen, dass es nicht nur Kongresse gut organisieren kann.

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