Sport : Sport nach dem Terror: Ins Stadion zum Trauern

Nach dem ersten Wochenende ohne Sport in den nordamerikanischen Profiligen wollen die Baseballer als Erste wieder mit ihrem Milliarden-Unternehmen starten. Sechs Tage nach den Terroranschlägen in New York und Washington werden sie am Montag ihren Meisterschaftsbetrieb in der Major League (MLB) aufnehmen. "Der Neuanfang wird von Depression und Trauer geprägt sein. Doch wir müssen ins normale Leben zurückfinden. Der Sport hat dabei eine besondere Vorreiterrolle", sagte Commissioner Bud Selig, der sich am sportfreien Wochenende darüber Gedanken machte, wie den Geschädigten der Terror-Tragödie am besten geholfen werden kann.

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Osama bin Laden: Amerikas Staatsfeind Nummer 1 gilt als der Hauptverdächtige Viele ließen sich Blut abnehmen; einige spendeten viel Geld. So wie der Eigentümer der Dallas Mavericks. Der in Basketball vernarrte Mark Cuban wird eine Million Dollar an Familien überweisen, deren Väter als Polizisten oder Feuerwehrleute bei den Rettungsarbeiten im World Trade Center den Tod fanden. "Ich habe das getan, weil es nur richtig sein kann. Eigentlich können wir nicht genug Dank denen zollen, die ihr Leben gaben, um anderen zu helfen", sagte Cuban.

Die National Football League (NFL), die erstmalig eine komplette Runde abgesagt hatte, will die Profis bitten, das Gehalt eines Spieltages als Katastrophenhilfe zu überweisen. Ihr Spielbetrieb soll kommendes Wochenende fortgesetzt werden. Offiziell verkünden möchte NFL-Boss Paul Tagliabue das erst am Dienstag. Mitteilen wird er dann auch, ob der zweite Spieltag ersatzlos gestrichen oder am ersten Januar-Wochenende nachgeholt wird. Damit würden die Wildcard-Play-offs entfallen, und damit tut sich die NFL schwer. Der Verlust beliefe sich auf eine Dollarsumme in achtstelliger Höhe.

Obwohl die Profis nicht in Aktion traten, waren die Ränge einiger Arenen dicht besetzt. 15 000 Fans gingen in Ohio ins Stadion und gedachten der Toten. Am Montag wollen die Baseball-Profis allerorten ihre Zuschauer vor den Partien bitten, mit ihnen eine Schweigeminute einzulegen und anschließend gemeinsam "God Bless America" zu singen. Dabei soll jeder eine Nationalflagge in seinen Händen halten. Das Banner werden die Profis auch für den Rest der Saison auf dem Rücken ihrer Trikots tragen.

Bevor sich jedoch für die Fans die Stadiontore öffnen, müssen sie sich künftig drastischen Sicherheitskontrollen unterziehen. Dafür werden erstmals uniformierte Polizei-Beamte eingesetzt, die schon einen Tag vor jedem Spiel die Anlagen kontrollieren sollen. Mit größeren Taschen, Rucksäcken oder Getränkekühlern findet niemand mehr Einlass. Es können nur noch Nahrungsmittel und nicht-alkoholische Getränke mitgenommen werden, die auch sichtbar sind. Autos müssen mindestens 50 Meter vom Stadion entfernt geparkt werden. "Sicherung und Sicherheit hat die allerhöchste Priorität", betonte der bei der MLB für Sicherheitsfragen zuständige Vizepräsident Kevin Hallinan.

Da die Sicherheit für die vom 26. bis 29. September in New York geplanten Ringer-Weltmeisterschaften nicht garantiert werden kann, hat auch der Weltverband FILA seine Titelkämpfe auf Bitten des US-Verbandes abgesagt. Zuvor tat das bereits die Kanu-Weltföderation (ICF) mit ihrem vom 20. bis 23. September terminierten WM-Championat im Kanuslalom im US-Bundesstaat Tennessee.

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