Sportfest : Panamerikanische Spiele starten mit Eklat

In Rio de Janeiro ist der Startschuss für die Panamerikanischen Spiele gefallen. Brasiliens Präsident Lula sollte das Sportfest offiziell eröffnen, hatte jedoch plötzlich keine Lust mehr.

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Rio: Farbenfroher Auftakt der Panamerikanischen Spiele. -Foto: AFP

Ein politischer Eklat hat die Eröffnung der Panamerikanischen Spiele 2007 in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro überschattet. Brasiliens Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva sollte am Freitagabend gemäß Programm und Tradition die Eröffnungsrede im Maracaná-Stadion halten. Lula verzichtete aber in letzter Sekunde, nachdem er zuvor während der Zeremonie jedesmal von einem Großteil der 90.000 Zuschauern ausgepfiffen worden war, wenn sein Name erwähnt wurde. Das Portal UOL bilanzierte in seiner Schlagzeile: "Pfiffe und Protokollbruch prägen Superfest".

"Die Spiele sind eröffnet. Viel Glück Brasilien, viel Glück Lateinamerika", schrie anstelle von Lula der Präsident des Brasilianischen Olympischen Komitees (COB), Carlos Arthur Nuzman, ins Mikrophon. Der Präsident der Panamerikanischen Sport-Organisation Odepa, der Mexikaner Mario Vázquez Raña, hatte Lula zur Eröffnungserklärung aufgerufen. Doch Lula blieb auf der Ehrentribüne einfach sitzen. Nach einigen Sekunden Wartezeit gab Vázquez Raña die Aufgabe an Nuzman weiter. Seit der ersten Ausgabe 1951 in Buenos Aires waren alle Panamerikanischen Spiele bisher vom Staatschef des jeweiligen Gastgeber-Landes eröffnet worden.

Rio will sich für Olympia 2016 empfehlen

An 16 Wettkamptagen werden 5600 Sportler aus 42 Ländern des amerikanischen Kontinents am Zuckerhut um Medaillen in 35 Disziplinen kämpfen. Mit einer guten Organisation will sich Rio de Janeiro für die Austragung der Olympischen Spiele 2016 empfehlen.

Die Zeremonie begann zwar wegen der strengen Sicherheitskontrollen mit 30 Minuten Verspätung, löste aber vor dem Eklat unter Delegationen und Zuschauern viel Euphorie aus. Es gab viel Samba, Bossa Nova und typische brasilianische Tänze. Das Panamerikanische Feuer wurde vom früheren Leichtathleten Joaquim Cruz, dem 800-Meter-Goldmedaillen-Gewinner von 1984 angezündet. (mit dpa)

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