Sportgerichtsbarkeit unwirksam : Teilerfolg für Claudia Pechstein

Das Landgericht München I hat zwar die Schadensersatzklage der Berliner Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein zurückgewiesen, erklärte aber die geschlossenen Schiedsvereinbarungen Pechsteins mit den Verbänden für unwirksam.

In Sotschi ohne Medaille, vor Gericht zumindest zum Teil erfolgreich: Claudia Pechstein.
In Sotschi ohne Medaille, vor Gericht zumindest zum Teil erfolgreich: Claudia Pechstein.Foto: dpa

Claudia Pechstein ist mit ihrer Schadenersatzklage gegen den Eislauf-Weltverband und die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft gescheitert, hat aber einen Teilerfolg erkämpft. Das Landgericht München I wies am Mittwoch zwar die Klage der Berliner Eisschnelllauf-Olympiasiegerin zurück, erklärte aber die geschlossenen Schiedsvereinbarungen Pechsteins mit den Verbänden für unwirksam. Damit stellt die Kammer des Landgerichts das gesamte System der Sportgerichtsbarkeit infrage.

Die Vereinbarungen wurden seitens der Klägerin nicht freiwillig getroffen, schrieb das Gericht in einer Pressemitteilung. Zum Zeitpunkt des Abschlusses der Schiedsvereinbarungen habe ein strukturelles Ungleichgewicht zwischen der Klägerin und den Beklagten bestanden.

„Die Klägerin hatte bei der Unterzeichnung der Schiedsvereinbarungen keine Wahl“, hieß es in dem Urteil. Ohne die Unterzeichnung wäre Pechstein „nicht zu Wettkämpfen zugelassen worden und dadurch in ihrer Berufsausübung behindert gewesen“.

Pechstein hatte eine Entschädigung von 3,5 Millionen Euro gefordert. Sie war zwischen 2009 bis 2011 wegen auffälliger Blutwerte vom Weltverband gesperrt worden. Die 42-Jährige bestreitet Doping und macht eine vererbte Anomalie für ihre Blutwerte verantwortlich. (dpa)

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