Sporthilfe : Olympia-Athleten erhalten befristetes Gehalt

Die Deutsche Sporthilfe wird künftig aussichtsreiche deutsche Sportler vor den Olympischen Spielen mit einem Gehalt von 1500 Euro unterstützen.

HamburgMit dieser befristeten Sonderzahlung will die Stiftung Deutsche Sporthilfe erfolgreiche Athleten in die Lage versetzen, sich ohne materielle Zwänge ganz auf den Sport zu konzentrieren, teilte der geschäftsführende Sporthilfe-Vorstand Michael Ilgner mit. Das Sondergehalt in Höhe von 1500 Euro soll ein Ungleichgewicht im deutschen Fördersystem ausgleichen und Athleten zugute kommen, die ihr Studium oder ihren Beruf für das Training unterbrechen. Erstmals wird es diese Zusatzleistungen 18 Monate vor den Olympischen Sommerspielen in London 2011 geben.

Den Schritt zu der neuen Fördermaßnahme begründet die Stiftung damit, dass der internationale Kampf um Medaillen härter geworden sei. Laut Experten können in den letzten Monaten vor einem Sportgroßereignis "zusätzliche Potenziale durch Ausweitung der Trainingsumfänge geweckt werden". Einen weiteren positiven Effekt durch die periodische Sonderzahlung erhofft sich die Stiftung auf die "duale Karriere", die die sportliche und berufliche Karriere von Athleten miteinander verbindet.

Eine Untersuchung der Sporthilfe hat ergeben, dass sich im letzten Jahrzehnt eine Gerechtigkeitslücke bei der Förderung aufgetan hatte. Nach Angaben von Ilgner verfügt ein geförderter Eliteathlet bisher über ein monatliches Einkommen von durchschnittlich etwa 1800 Euro. Rund 800 Euro kommen dabei von der Stiftung, 1000 Euro aus diversen anderen Quellen wie Werbung, Preisgelder, Verein und Verband. Ist ein Athlet erwerbstätig, beispielsweise über eine der 1044 Planstellen beim Staat, kommen zum Sport-Einkommen von 1800 Euro noch einmal durchschnittlich 1300 Euro hinzu.

Das nunmehr geschaffene Fördermodell "Elite plus" beseitigt dieses Ungleichgewicht und schafft mehr Chancengleichheit unter den aussichtsreichsten deutschen Olympia-Athleten. Die Stiftung kalkuliert, dass für die Spiele in London bis zu 30 Athleten Anwärter auf das neue Fördermodell sein werden. Im gegenwärtigen Elite-Programm werden 82 Sportler gefördert, darunter 43 Sommersportler. Aus heutiger Sicht wären nach Einschätzung von Ilgner Olympiasieger wie Matthias Steiner (Gewichtheben), Lena Schöneborn (Moderner Fünfkampf), Britta Heinemann (Fechten) und Ole Bischhof (Judo) erste Kandidaten.

Mit dem neuen Sondergehalt schafft die Sporthilfe neben dem bisher dominierenden Staatsmodell der Sport-Planstellen bei Bundeswehr (824), Bundespolizei (160) und Zoll (60) ein privat finanziertes Modell. Den Mehraufwand von etwa 800.000 Euro für das Programm will die Sporthilfe dadurch finanzieren, dass sie bei ihren Mitgliedern verstärkt um Mittel wirbt. (ds/dpa)

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