Sport : Sportler des Jahres

Eine strahlende Überraschungssiegerin Hannah Stockbauer, ein stürmisch gefeierter Erik Zabel und ein Weltpokalsieger an Krücken standen im Mittelpunkt der 55. Proklamation zum Sportler des Jahres in Baden-Baden. 700 Ehrengäste genossen am Samstagabend im Kurhaus die Feier anlässlich der Wahl durch die deutschen Sportjournalisten, auch wenn es einige Misstöne gab. So glänzten verschiedene Sportler durch Abwesenheit, auch die meisten Spieler des Fußball-Weltpokalsiegers FC Bayern München, der erwartungsgemäß zur "Mannschaft des Jahres" gewählt wurde.

Hannah Stockbauer

Das Abitur im Frühjahr hat für Hannah Stockbauer im Moment absolute Priorität. Der Schwimmsport ist für die sensationelle Doppel-Weltmeisterin von Fukuoka deshalb für die nächsten Monate nur Nebensache. Die 19-jährige Schülerin hat ein wirklich aufregendes Jahr hinter sich: Weltmeisterin, Fotomodell - und nun "Sportlerin des Jahres". Die bitteren Niederlagen bei Olympia 2000 in Sydney haben sie nicht aus der Bahn geworfen. Bei den Weltmeisterschaften in Japan schwamm sich Deutschlands große Schwimm-Hoffnung frei: Gold über 800 und 1500 m, Silber mit der Staffel, Bronze über 400 m Freistil - damit ist sie Deutschlands erfolgreichste Schwimmerin seit Kristin Otto. Hannah Stockbauer ist auf dem Teppich geblieben: "Ich bin einfach die Hannah." Die Europameisterschaften im kommenden Sommer in Berlin sind die nächste große Herausforderung.

Erik Zabel

Der 31-jährige Berliner verkörpert erfolgreich das Gegenmodell des Spezialistentums im Radsport, auf das viele Topfahrer mit nur einem Saisonhöhepunkt schwören. Zabel, der seit Jahren mit seiner Frau und Sohn Rik in Unna bei Dortmund lebt, ist von Februar bis November im Dauereinsatz und in vielen Sätteln gerecht. So erfolgreich wie in diesem Jahr war Zabel noch nie: Er gewann drei Etappen bei der Tour de France, dort zum sechsten Mal das Grüne Trikot und erklomm als erster Deutscher die Spitze der Weltrangliste. Im März gewann er zum vierten Mal den Frühjahrs-Klassiker Mailand - San Remo, im November die Sechstagerennen in Dortmund und München. 30 Siege fuhr Zabel 2001 heraus und schrieb sich damit fast die Hälfte aller Telekom-Erfolge (64) gut.

Bayern München

Deutscher Meister, Champions-League-Sieger, Weltpokalsieger - der FC Bayern München war im jetzt auslaufenden Jahr 2001 in Deutschland, Europa und der ganzen Welt die Nummer eins. "Es war das erfolgreichste Jahr in der Geschichte des FC Bayern", schrieb Präsident Franz Beckenbauer nicht ohne Stolz in der Klubzeitschrift. Seine Nachfolger stellten selbst die glorreichen 70er Jahre in den Schatten, als der Renommierklub von der Säbener Straße dreimal hintereinander den Europapokal der Landesmeister gewann. Oliver Kahn, hinter Zabel Zweiter bei der Einzelwahl, gehörte gleich zweimal zu den Gewählten.

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