Sport : Sportliche Not

Beim 1.FC Union geht nichts mehr: 1:2 gegen Burghausen

Karsten Doneck

Berlin. Eine Menge Unruhe hat den 1. FC Union in dieser Saison erschüttert. Auch über die Weihnachtsfeiertage wird das Klima beim Berliner Zweitligisten nicht unbedingt besinnlicher. Zwar konnte Präsident Jürgen Schlebrowski die frohe Kunde verbreiten, dass das aktuelle Finanzloch des Klubs von rund 150000 Euro inzwischen einigermaßen abgedichtet ist – durch Umschuldungen und Einzahlungen kleinerer Sponsoren. Vielleicht wird Union aber bald eine größere Summe lockermachen müssen: für einen neuen Trainer.

Unter Mirko Votava wächst die sportliche Not allmählich ins Unermessliche. Unions fußballspielendes Personal verabschiedete sich gestern Abend mit einer bitteren 1:2 (1:1)-Heimniederlage gegen Wacker Burghausen aus dem Jahr 2003. Auch die Zuschauer verlieren langsam den Glauben an „Eisern Union“. Nur 4780 Zuschauern kamen in die Alte Försterei – Zweitliga-Minusrekord für Union. Zum sportlichen Desaster gesellte sich noch mehr Trübsal: Kurz vor der Pause schied Unions Björn Joppe mit Verdacht auf eine Meniskusverletzung aus. Union geht nun auf Platz 17 in die Winterpause. Kapitän Steffen Baumgart sagte: „Wir stehen jetzt da, wo wir hingehören.“

In einer spannungslosen Partie ging Burghausen früh durch Martin Oslislo in Führung. Unions Ausgleich durch Thomas Sobotzik fiel zu einem Zeitpunkt (35. Minute), als das Geschehen bereits langsam einschlief. Der Torschütze sagte: „In der zweiten Halbzeit waren wir wie tot.“ Das lag auch daran, weil sich die Stürmer Baumgart und Ristic nur selten durchsetzen konnten.

Burghausen beendete die Partie mit zehn Mann, weil Franz Berger eine Viertelstunde vor Schluss wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte sah. Kapital schlug Union aus der Überzahl nicht mehr. Im Gegenteil: Burghausen gelang nach einem Freistoß durch Thomas Broich noch das Siegtor. Unions Torwart Wulnikowski hätte den Ball halten müssen. „Ich bin ausgerutscht“, sagte er entschuldigend. An diesem Abend ging bei Union einfach nichts mehr.

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