Sportmedizin : Rippenbruch: Kann ein Fußballer damit auflaufen?

Kann Torsten Frings trotz eines Rippenbruchs spielen? Thorsten Dolla, Berliner Sportmediziner und Fifa-Arzt während der Fußball-WM 2006, antwortet.

Karsten Doneck
Rippenbruch
Rippchen, schön durch. Frings kämpft gegen die Schmerzen.Foto: ddp

Torsten Dolla

war von 1989 bis 1997 Mannschaftsarzt der Profiabteilung von Hertha BSC. Seit 2002 ist er Stadionarzt bei den DFB-Pokalendspielen im Berliner Olympiastadion sowie beim Fußballländerspiel Deutschland-Brasilien 2004 in Berlin. Bei der WM 2006 war er "Medical Officer Staff FIFA Worldcup 2006".

Fragen wir den Experten also: Kann ein Fußballprofi trotz eines Rippenbruchs spielen?

„Im Prinzip: Ja. Es gab solche Fälle schon. Im Leistungssport kommt es entscheidend darauf an, inwieweit die Verletzung die Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Ein Rippenbruch verursacht oft starke Schmerzen. Man differenziert in der Medizin zwischen einer Rippenprellung, zwischen einer einfachen Rippenfraktur und einer so genannten Rippenserienfraktur.

Eine Rippenprellung kann manchmal schmerzhafter sein als eine Fraktur. Bei der einfachen Rippenfraktur handelt es sich um den Bruch einer einzelnen Rippe. Von einer Rippenserienfraktur spricht man, wenn drei zusammenhängende Rippen kaputt sind. Letzteres kann bei Belastung durch Sport zu Lungenverletzungen führen. Torsten Frings hat sich eine einfache Rippenfraktur zugezogen. Da wiederum gilt zu unterscheiden, ob der Knochen richtig gebrochen ist, oder ob es sich nur um eine Fissur handelt, und an welcher Stelle der Bruch liegt. Hilfreich kann sein, ein schmerzstillendes Mittel oder eine Spritze zu verabreichen. Ob er spielen kann, muss der Spieler dann in Abstimmung mit dem Trainerstab und den Ärzten entscheiden, notfalls erst kurz vor dem Spiel. Wichtig ist dabei, dass sich der Spieler bereit fühlt, 100 Prozent Leistung abzurufen.

Wer mit einer Rippenfraktur spielt, bei dem könnten sich die Schmerzen mit jedem Atemzug verstärken. Früher wurden zum Schutz der lädierten Rippe Verbände angelegt, das macht heute aber keiner mehr. Das hätte auch höchstens einen psychologischen Effekt.“

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