Sport : Sportnachrichten: Olympia: Noch 48 Tage

Pater gegen Medaillenspiegel

Ein olympischer Fackelläufer hat die Abschaffung des Medaillenspiegels bei Olympia gefordert. Der Jesuitenpater Peter Norden sagte, es solle wieder mehr um die "Anerkennung der individuellen Leistung" gehen als um die "Annahme, dass Nationen besser sind als andere, weil sie mehr Medaillen gewinnen". Dies würde Abgrenzungen noch erhöhen, obwohl es doch bei den Olympischen Spielen darum gehe, die Völker der Welt zusammenzubringen. Im Olympialand wird der Bevölkerung schon seit Jahren erklärt, dass das australische Team so erfolgreich sein wird wie noch nie: Mit 60 Medaillen, davon 20 goldenen.

Einladung an 25 Bürgermeister

Die Stadt Sydney hat die Bürgermeister von weltweit 25 Städten zu den Olympischen Spielen eingeladen. Das Paket mit Unterkunft in einem Luxushotel, Eintrittskarten und Touren in die Umgebung, das die Steuerzahler mindestens 250 000 Mark kostet, soll die Reputation der Stadt verbessern. Auch der Regierende Berliner Bürgermeister Eberhard Diepgen ist eingeladen.

Spaziergang auf dem Rollfeld

Sydneys durch Pannen im Sicherheits-, Radar- und Gepäcksystem krisengeschüttelter Flughafen ist nach Meinung der australischen Regierung bereit für die Olympischen Spiele. "Wir sind überzeugt, dass er allen Anforderungen bei Olympia gerecht wird", erklärte Finanzminister John Fahey. Am gleichen Tag wurde allerdings ein mitten auf dem Rollfeld wandernder Mann festgenommen, der einer ankommenden Maschine zugewunken hatte. Vergangene Woche war es einem geistig verwirrten Mann gelungen, in das Cockpit einer Boeing 767 zu steigen.

Umstrittene Startgebühr

Die australischen Teilnehmer an den Paralympics vom 18. bis 29. Oktober müssen die umstrittene Startgebühr in Höhe von etwa 1400 Mark pro Kopf nicht zahlen - wohl aber die 3700 behinderten Sportler aus dem Rest der Welt. Bei der Vorstellung des australischen Teams sicherte Finanzminister Peter Costello die Übernahme der 700 000 Mark für die eigene Mannschaft zu. Die 10 200 nicht behinderten Athleten bei den Olympischen Spielen kommen ohne Gebühr weg. Das Paralympics-OK (SPOC) erklärte, dass die erwarteten Einnahmen für eine perfekte Abwicklung der Spiele unverzichtbar seien.

Fehlalarm und Zugentgleisungen

Die Stationen der Stadtbahn werden von einer Fehlalarm-Serie heimgesucht, weswegen in den letzten drei Tagen drei Stationen komplett geräumt werden mussten. Die Feuerwehr fand dann allerdings weder Feuer noch Bomben vor. Vor wenigen Tagen waren bei zwei schweren Zugunfällen im Großraum Sydney 14 Menschen verletzt worden. In den letzten zwölf Monaten entgleisten 29 Züge, über 100 überfuhren rote Signale oder verpassten den rechtzeitigen Halt an Stationen, und einer fuhr samt Passagieren in eine Wartungshalle der Bahn.

Schwere Zeiten für Straßenhändler

Straßenhändler, die in Sydney Olympia-Souvenirs verkaufen, drohen Strafen von bis zu 6500 Mark. Der Stadtrat verabschiedete eine Verordnung, wonach die fliegenden Verkäufer eine Erlaubnis für jedes angebotene Objekt brauchen. Damit sollen die bei den Spielen vor vier Jahren in Atlanta aufgetretenen Probleme mit gefälschten Olympia-Produkten vermieden werden.

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