Sportrecht : Sportschiedsgericht nimmt Arbeit auf

Ab dem 1. Januar 2008 werden sportrechtliche Streitigkeiten vor einer speziellen Institution ausgetragen. Das Deutsche Sportschiedsgericht verhandelt unter anderem Doping-Vergehen und Transferprobleme.

Von Streitigkeiten über Doping-Vergehen bis zu Transfer-Problemen können strittige Fragen zukünftig vor dem Deutschen Sportschiedsgericht ausgetragen werden. Wie die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) mitteilte, wird diese unabhängige und in Köln ansässige Institution am 1. Januar 2008 ihre Arbeit aufnehmen. Deutschland folgt damit der Praxis in vielen anderen Ländern, wie etwa den USA, Kanada, England, Irland oder der Schweiz, wo bereits seit längerem nationale Sportschiedsgerichte installiert sind.

Das Sportschiedsgericht wird von der Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit (DIS) in Köln betrieben. Nach zweijähriger intensiver Arbeit hat die Nada, die das Projekt initiierte, gemeinsam mit der DIS eine Sportschiedsgerichtsordnung (DIS-SportSchO) verabschiedet. Sie ist speziell für die Erledigung von Streitigkeiten mit Bezug zum Sport erarbeitet worden. Angerufen werden kann das Gericht nicht nur in Doping-Fällen, sondern auch bei Zwist im Zusammenhang mit Sportveranstaltungen, Transfers, Lizenz- oder Sponsoringverträgen sowie bei juristischen Problemen von Vereinen.

Keine staatlichen Gerichte mehr

Mehrere deutschen Sportverbände haben sich bereits für die Inanspruchnahme von Dienstleistungen des Deutschen Sportschiedsgerichts entschieden und entsprechende Satzungsänderungen vorbereitet, teilte die Nada mit.

Im Bereich der Ahndung von Dopingverstößen verlangt der Nada-Code von den Sportverbänden, den Rechtsweg zu den staatlichen Gerichten auszuschließen und die Zuständigkeit eines Schiedsgerichts zu vereinbaren. Die DIS-SportSchO bietet den Verbänden unterschiedliche Möglichkeiten der Inanspruchnahme: von der unmittelbaren Sanktionierung von Verstößen gegen Anti-Doping-Bestimmungen bis hin zur schiedsgerichtlichen Überprüfung verbandsinterner Entscheidungen. In allen Dopingstreitigkeiten ist die Überprüfung einer Entscheidung des Deutschen Sportschiedsgerichts durch den Court of Arbitration for Sports (CAS) möglich. (mit dpa)

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