Sport : Sportrechte-Manager gestehen Bestechung

Zug - Im Prozess gegen sechs ehemalige Manager des Sportrechte-Vermarktungskonzerns ISMM/ISL haben zwei Angeklagte Schmiergeldzahlungen zugegeben. Diese seien über ein geheimes Bankkonto in Liechtenstein erfolgt, hieß es beim Strafgericht im Schweizer Zug. Die Anklage wirft den Managern Vermögensdelikte in Höhe von mehr als 100 Millionen Franken (fast 64 Millionen Euro) vor und fordert hohe Freiheitsstrafen. Der Prozess wurde bis Ende März vertagt.

Die ISMM-Gruppe mit der Tochterfirma ISL, die mehr als 20 Jahre lang die Marketing-Agentur des Weltverbands Fifa war, wurde 1982 gegründet. Die Manager sollen Gelder für TV-Übertragungsrechte hauptsächlich für die Fußball-Weltmeisterschaften 2002 und 2006 dazu genutzt haben, die Liquidität der Firma zu sichern. 2001 musste die Gruppe Konkurs eröffnen. Vorgeworfen wird den Managern nicht grundsätzlich die Zahlung von Schmiergeldern, sondern dass diese zu einem Zeitpunkt erfolgte, als ihnen die kritische finanzielle Situation des Konzerns bewusst war. 

Die liechtensteinische Stiftung zur Abwicklung der Geldflüsse wurde mit Blick auf den beabsichtigten Börsengang des Unternehmens gegründet. So gelang es, die Schmiergeldzahlungen aus der ISMM-Buchhaltung rauszuhalten. Nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ hat das Strafgericht in Zug damit erstmals das Korruptionssystem im Weltsport belegt. So sollen  zwischen 1989 und 2001 rund 138 Millionen Schweizer Franken (fast 88 Millionen Euro) an Sportfunktionäre und Tarnadressen gezahlt worden sein. Zwei der vier anwesenden beklagten Ex-Manager hätten das von der Staatsanwaltschaft vorgelegte Material bestätigt. Der frühere Verwaltungspräsident der ISL, der Mitangeklagte Christoph Malms, räumte ein, dass Bestechung zum gängigen Geschäftsgebaren gehörte. „Diese Praxis war unerlässlich. Sonst wäre der Bestand des Unternehmens nicht möglich gewesen.“dpa

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