Sportwetten : DFL und DFB attackieren Wett-Monopol

Mit drastischen Worten hat sich der deutsche Fußball gegen die geplante Fortsetzung des staatlichen Sportwetten-Monopols gewandt. Beide Verbände drohen mit einer Klage.

Frankfurt - "Das wäre ein entschädigungsloser Enteignungsprozess", sagte Liga-Verbandspräsident Werner Hackmann. Gemeinsam mit seinem Amtskollegen vom Deutschen Fußball-Bund (DFB), Theo Zwanziger, wandte er sich in einem Brief an die niedersächsische Staatskanzlei, die derzeit den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz hat. Die nächste Sitzung findet am 13. Dezember statt.

Sollte das Monopol des staatlichen Sportwetten-Anbieters Oddset dort bestätigt werden, kündigte Hackmann Klage beim Bundesverfassungsgericht an. "Bei diesem Entwurf kann es nur Verlierer geben", betonte der Ligaverbands-Chef. Er hoffe darauf, dass sich die Ministerpräsidenten der Tragweite ihrer Entscheidung bewusst sind und eine Entscheidung erst einmal vertagen. Die bisherige Vorlage beinhaltet die Fortsetzung des staatlichen Monopols für den Deutschen Lotto- und Totoblock für vier Jahre.

"Wetten ohne Fußball nicht möglich"

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das Ende März verfügt hatte, die Veranstaltung und die Vermittlung von Sportwetten bis zum 31. Dezember 2007 neu zu regeln, werde einseitig interpretiert, kritisierte Hackmann: "Die Belange des Sports werden nicht berücksichtigt." Zwanziger und Hackmann weisen in ihrem Schreiben nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" darauf hin, dass ohne den Sport und vor allem ohne die Fußball-Profiligen Sportwetten überhaupt nicht möglich seien. Sollten private Sportwetten durch die Minister untersagt werden, würden Sponsoren- und Werbeeinnahmen verloren gehen.

DFB und DFL schlagen in ihrem Konzessionsmodell vor, einzelne Wettanbieter zuzulassen. Dies würde sowohl vor dem Bundesverfassungsgericht als auch vor der Europäischen Union (EU) Stand halten. Das von der Mehrzahl der Bundesländer bevorzugte Modell führe indes ins Chaos. (tso/dpa)

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