Sport : Spree statt Bodensee

Frank Wormuth wird Trainer des 1. FC Union

André Görke

Berlin - Frank Wormuth saß am Montagmittag in seinem Haus, schlüpfte in seine Schuhe und ging am Bodensee spazieren. „Vielleicht wissen Sie’s nicht, aber hier am Bodensee scheint wunderbar die Sonne“, sagte Wormuth am Telefon.

Frank Wormuth, 43 Jahre alt, wird sich heute erst einmal vom schönen Wetter verabschieden müssen. Er wird nämlich heute Mittag als neuer Trainer des 1. FC Union vorgestellt werden. „Wir haben ihn“, hieß es aus den Büros des Fußballklubs. Am Sonntag hatten der 1. FC Union und Georgi Wassilew, ein weiterer Trainerkandidat, bei Verhandlungen in München keine Einigung erzielen können. Frank Wormuth sagt nur, dass „ich nichts sage“. Und weiter: „Ich überlasse Union das Wort.“ Auch Klubpräsident Jürgen Schlebrowski wollte sich gestern noch nicht dazu äußern.

Der neue Trainer war schon einmal im Winter im Gespräch, doch damals hielt Union an Mirko Votava fest. Wormuth spielte von 1983 bis 1986 für Hertha BSC in der Zweiten Liga und bestritt – damals im blau-weiß gestreiften Trikot mit Sparkassen-Logo auf der Brust – 71 Spiele in der Berliner Abwehrformation. Ende der Neunzigerjahre war er Kotrainer bei Fenerbahce Istanbul. 1999 stand Wormuth beim Regionalligisten Pfullendorf unter Vertrag, später beim Zweitligisten Reutlingen.

Wormuths Arbeitsvertrag gilt auch für die Vierte Liga und läuft bis Sommer 2006. Union muss bis zum 9. Juni fast 1,5 Millionen Euro als Liquiditätsreserve aufbringen, erst dann erhält der Klub die Lizenz für die Regionalliga. Weil bislang wenig Hoffnung besteht, das Geld zusammenzubekommen, wird der Verein nun sogar von der Konkurrenz unterstützt. Am 2. Juni wird der FC St. Pauli zu einem Benefizspiel im Stadion an der Alten Försterei antreten. Für Wormuth wäre es der erste Einsatz als Trainer des 1. FC Union. Der bisherige Coach Aleksandar Ristic jedenfalls hat nach der 1:3-Niederlage in Burghausen entnervt mitgeteilt, dass „ich kein Interesse mehr an diesem Job habe“.

0 Kommentare

Neuester Kommentar