Sport : Springreiten: Holland holt Gold und Silber

In einem Festival in Orange haben die deutschen Reiter ihre Position als Nummer eins verloren. Einen Tag nach der Dressur-Goldmedaille durch Anky van Grunsven feierten die Niederländer in Sydney den ersten Einzel-Olympiasieg im Springen. In einem dramatischen Stechen behielt der 27-jährige Jeroen Dubbeldam mit seinem elf Jahre alten Wallach Sjiem die Nerven und siegte. Sein Landsmann Albert Voorn machte auf Lando mit dem Gewinn der Silbermedaille den Doppelerfolg perfekt. Bronze ging an Khaled Al Eid aus Saudi-Arabien mit Kashm Al Aan, der die erste Medaille für sein Land im Reitsport gewann.

"Ich habe mit Sjiem noch nie einen Großen Preis gewonnen, und jetzt bin ich Olympiasieger", sagte Dubbeldam fast ungläubig nach seinem Sieg. Angestachelt hatte ihn und seinen Kollegen Voorn der viermalige Olympiasieger Ludger Beerbaum (Riesenbeck). Der Deutsche Meister hatte in einem Interview mit einer niederländischen Fachzeitschrift gesagt, dass Dubbeldam und Voorn keine Olympia-Chance hätten. "Diese Worte haben uns tief ins Herz geschnitten", meinte Voorn, der in der Pressekonferenz überwältigt von seinen Gefühlen zu weinen begann.

Aber ausgerechnet Beerbaum hatte sich das Finale nur anschauen können. Der 37-Jährige hatte sich nicht für das letzte Springen qualifiziert. Er sah zu, wie Lars Nieberg (Homberg/Ohm) mit Esprit, Marcus Ehning (Borken) mit For Pleasure und Otto Becker (Steinfeld) mit Cento gemeinschaftlich den vierten Platz belegten und wegen je eines Abwurfes das Stechen verpassten. "Das war knapp und ist sehr schade. So schnell bekommt man sicherlich nicht wieder eine Chance, um eine Einzelmedaille zu kämpfen", sagte Becker.

Der 41-Jährige konnte sich außer mit der Mannschafts- Goldmedaille aber damit trösten, dass er bald einen Medaillengewinner im Stall stehen hat. Voorns zwölfjähriger Hengst Lando ist zu gleichen Teilen an Paul Schockemöhle und Beckers Schwiegermutter verkauft. "Es ist gut, dass er bald für uns startet", meinte Becker.

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