Springreiterin Athina Onassis : Mit ganz viel Vermögen

Athina Onassis ist die einzige Enkelin des berühmten Reeders – und eine sehr gute Springreiterin. Bei der EM in Dänemark gibt die drei Milliarden Euro reiche Griechin ihr Debüt.

Milliardenerbin bei der Arbeit. Athina Onassis reitet bei der EM in Dänemark.
Milliardenerbin bei der Arbeit. Athina Onassis reitet bei der EM in Dänemark.Foto: dpa

Sie scherzt mit den Pferdepflegerinnen, und sie plauscht gern mal mit den Kollegen – so wie andere Reiterinnen und Reiter auch. Über sich selbst aber redet Athina Onassis de Miranda nicht so gerne. Die 28-Jährige verhält sich bei öffentlichen Auftritten betont zurückhaltend bis abweisend. Es wirkt zuweilen, als wolle sich die griechische Springreiterin bei ihrem Europameisterschafts-Debüt hinter ihrem Ehemann Alvaro Affonso de Miranda Neto verstecken.

Athina Onassis de Miranda gilt als eine der reichsten Frauen der Welt. Ganz sicher ist sie aber die reichste Springreiterin der Europameisterschaft in Dänemark in Herning. Sie ist die einzige Enkelin des legendären Reeders Aristoteles Onassis. Ihre Mutter Christina Onassis war die Tochter von Athina Livanos und Aristoteles Onassis, der in zweiter Ehe mit Jackie Kennedy verheiratet war und mit der Opernsängerin Maria Callas in einer Beziehung lebte. Von ihrem Großvater erbte sie ein Vermögen, das auf drei Milliarden Euro geschätzt wird, allerdings nicht dessen Hang zum großen Auftritt. Athina Onassis bleibt lieber im Hintergrund.

Es ist nicht leicht für die junge Reiterin. Sie ahnt wohl, dass sie auf den Turnieren beobachtet wird und dass ihre Ritte besonders skeptisch beurteilt werden. Jeder weiß, dass die überaus vermögende Frau sich die besten Pferde der Welt leisten kann. Onassis kann freilich auch sehr gut reiten. Das sagt immerhin der deutsche Bundestrainer Otto Becker: „Sie hat sehr viel gelernt in der letzten Zeit.“ Ihr bisher größter Erfolg war im Mai der dritte Platz bei der Copa del Rey in Madrid, und auch der vierte Rang Ende März beim Großen Preis von Wellington beweist ihr Talent. Obwohl es noch zu keinem großen Sieg reichte, ist sie inzwischen auf Platz 187 in der Weltrangliste geklettert. Am ersten Tag der EM, bei dem das deutsche Team Rang vier belegte, kam sie allerdings nur auf Rang 48.

Es war ein weiter Weg für die in Frankreich geborene Frau, die zunächst in der Schweiz zur Schule ging, in Belgien ihren Abschluss machte und erst spät mit professionellem Training begann. Natürlich gleich bei einem der besten und berühmtesten Coaches, dem Brasilianer Nelson Pessoa. Im Pessoa-Stall lernte sie auch Alvaro Affonso de Miranda Neto kennen. Bereits mit 20 Jahren heiratete sie den zwölf Jahre älteren Mann, der mit Brasilien zweimal Bronze bei Olympischen Spielen gewann und sich für Onassis von seiner ersten Frau trennte. Zusammen betreiben sie eine Reitanlage im niederländischen Valkenswaard. Jahrelang gehörten sie zu den besten Kunden des nebenan wohnenden Pferdehändlers Jan Tops.

Anfangs schaute Athina Onassis bei den großen Turnieren ihrem Mann nur zu. Inzwischen reitet sie bei den schweren Fünf-Sterne-Veranstaltungen selbst, zuletzt sogar beim CHIO in Aachen. Für Griechenland startet die gebürtige Französin nun erstmals bei einer Europameisterschaft.

Gecoacht wird sie von ihrem Mann, der überall nur „Doda“ genannt wird. „Es ist wunderbar, schöne Momente miteinander zu teilen“, hat ihr Mann vor ein paar Wochen bei einem Sponsoren-Termin gesagt. Viel mehr mag auch Alvaro Affonso de Miranda Neto nicht reden. (dpa)

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