Sport : Sprinter-Trio holt Bronze nach Aufregung am Start

Peking - René Enders, Maximilian Levy und Stefan Nimke jubelten nach dem Sieg gegen Australien, als hätten sie olympisches Gold gewonnen. Das ging im Teamwettbewerb der Radsprinter gestern an Großbritannien und Silber an Frankreich, aber die Bronzemedaille für Deutschland wurde ebenso euphorisch gefeiert. „Ich bin heute um Jahre gealtert“, sagte der 21-jährige Cottbuser Maximilian Levy nach dem dramatischen Rennen. Nimke fühlte sich befreit: „Es lag eine große Last auf uns.“

Im Lauf um Bronze hatte das deutsche Trio die Australier in 44:014 Sekunden mit der Winzigkeit von acht Tausendstelsekunden bezwungen. Der nur 1,65 Meter große Enders, den seine Partner für einen Fotografen-Schnappschuss auf die Arme nahmen, verdrückte vor der Siegerehrung dezent ein paar Tränen. Der Erfurter hatte durch einen zu frühen Antritt fast für einen Fehlstart und damit für ein kleines Durcheinander bei seinen Partnern gesorgt. „Dafür gebe ich ihnen nachher einen aus“, versprach Enders. Nach dem Sieg in der Zwischenrunde über Japan hatte er sich geschworen: „Die Medaille geben wir nicht mehr her.“

Schlussfahrer Stefan Nimke aus Schwerin war im entscheidenden Lauf nach den Start-Schwierigkeiten über sich hinausgewachsen und konnte das Rennen noch zugunsten der Deutschen drehen. Zuvor hatten Anfahrer Enders und Levy noch hinter Australien gelegen. „Wir wussten erst nicht, ob wir vor Freude lachen oder weinen sollten. Erst mal haben wir uns alle umarmt und gegenseitig versichert: Ja – wir haben die Medaille wirklich“, sagte Routinier Nimke, der in Peking seine dritten Olympischen Spiele erlebte.

Nun strebt er noch weitere Großtaten an. „Dieses junge Team mit mir als Altem hintendrauf hat Zukunft“, sagte Stefan Nimke. Er war als einziger Fahrer vom Olympiasieger-Team in Athen 2004 übrig geblieben. dpa

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