Sprintstar kündigt Karriereende an : Ohne Usain Bolt läuft es nicht mehr

Usain Bolt will seine Laufbahn nach der WM 2017 beenden. Ein guter Zeitpunkt für den Weltverband IAAF, die Leichtathletik zu reformieren. Ein Kommentar

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London darf sich im kommenden Sommer auf ein rauschendes Sportfest freuen. Im August richtet die britische Hauptstadt die Weltmeisterschaft der Leichtathleten aus, Usain Bolt wird im Olympiastadion von 2012 voraussichtlich seine WM-Titel Nummer 12, 13 und 14 holen. Dann aber – das stellte der Jamaikaner nun in einem Interview klar – wird er seine Karriere definitiv beenden. Damit steht fest: Der Leichtathletik droht nach der großen Abschiedsparty in London ein gewaltiger Kater.

In den vergangenen Jahren hat Usain Bolt seinen Sport fast im Alleingang in der Öffentlichkeit gehalten. Der 30-Jährige ist nicht nur ein begnadeter Sprinter, sondern auch ein geborener Entertainer. Diese Mischung wird der oftmals angestaubt wirkenden Leichtathletik gewaltig fehlen. Bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro war der Bolt-Faktor bereits schmerzhaft deutlich sichtbar: An Abenden, an denen der Superstar antrat, war das Olympiastadion voll. Ansonsten war es ziemlich leer, die Stimmung mau.

Der von Korruption und Dopingskandalen erschütterte Leichtathletik-Weltverband IAAF hat bislang nicht zeigen können, wie er die Lücke schließen will, die Bolt ohne Zweifel hinterlassen wird. Ein Athlet von vergleichbarer Strahlkraft ist ebenfalls nicht in Sicht – und auch nicht zu erwarten, Bolts Talent für den Sprint dürfte historisch einmalig bleiben. Umso mehr muss die IAAF nun an der Modernisierung ihrer Sportart arbeiten. Andernfalls riskiert sie, Zuschauer, Sponsoren und auch Athleten zu verlieren. Denn Usain Bolt war immer in der Liga, Menschen in aller Welt zu inspirieren, trotz des Misstrauens gegenüber seinen wundersamen Leistungen.

Am 12. August 2017 soll für Usain Bolt nach dem 4 x 100 Meter Staffelfinale Schluss sein. „Ich weiß, wann es Zeit ist zu gehen“, hat der neunmalige Olympiasieger nun verkündet. Vielleicht beflügelt diese Gewissheit nun endlich auch die IAAF, die Leichtathletik auf eine Zeit ohne Superstar vorzubereiten.

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