Sport : Sprung in die Zukunft

Sven Hannawald wird Dritter in Engelberg und verspricht Großes für die Vierschanzentournee

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Engelberg (Tsp). „Irgendwann kommt der große Knall“, sagte der SkiflugWeltmeister Sven Hannawald. Ob er damit die Konkurrenz vor der Vierschanzentournee nur schocken wollte oder ob er sich wirklich schon wieder so bärenstark fühlt, die Antwort ließ der Hinterzartener noch offen. Beim Weltcupspringen in Engelberg bestätigte Hannawald vor 5000 Zuschauern bei dichtem Nebel erst einmal, dass seine Formkurve wieder steil nach oben geht. Der Lohn war der dritte Platz für ihn hinter dem Finnen Janne Ahonen und Mathias Häfele aus Österreich.

„Ich hätte nicht gedacht, dass ich so schnell auf das Podium komme“, sagte Hannawald nach Sprüngen von 129,5 und 124,5 m zufrieden. Fast 10 000 Euro an Prämien war Rang drei wert, viel wichtiger war aber das gewonnene Selbstbewusstsein vor der Vierschanzentournee: „Ich habe drei gute Sprünge gezeigt, jetzt muss ich meine Leistung nur noch stabilisieren. Man darf ja nicht vergessen, dass ich im Sommer drei Monate gefehlt habe.“

Zufrieden war letztlich auch Martin Schmitt, der bei seinem Comeback den 16. Rang belegte. „Ich bin erleichtert. Für den Anfang war es okay. Man kann nicht gleich zu viel erwarten“, meinte der Doppel-Weltmeister. Besonders wichtig für die Psyche war die Tatsache, dass Schmitt bei seiner Telemarklandung keine Schmerzen am Mitte September operierten Knie verspürte. „Es gab keine Probleme“, berichtete er nach Sprüngen von 125 und 117,5 m. Für diese Leistung gab es auch viel Lob von seinem Heimtrainer Wolfgang Steiert: „Mit dem Auftakt sind wir zufrieden.“ Während es technisch bei Schmitt bereits wieder stimmt, fehlt es noch an der körperlichen Frische.

Ein wenig ruhiger kann nun auch wieder Bundestrainer Reinhard Heß in Richtung Vierschanzentournee blicken. „Starke Leistung von Sven. Er bekommt immer mehr Selbstbewusstsein. Auch Martin hat gezeigt, dass wieder mit ihm zu rechnen ist“, sagte Heß, der bereits heute (13.45 Uhr/live im ZDF), wenn auf der Großen Titlisschanze die Generalprobe stattfindet, eine weitere Leistungssteigerung seiner Stars erwartet.

Einigen Ärger gibt es im Materialbereich. „Die Österreicher haben im Anzugbereich einen Vorteil. Wie die jungen Leute ihre Anzüge durch die Kontrollen bringen, ist mir rätselhaft“, sagte Jens Weißflog. Nach Meinung des viermaligen Tourneesiegers sind die Anzüge der jungen Austria-Flieger im Pobereich zu weit und damit nicht regelkonform: „Jeder Quadratzentimeter mehr bringt Weite. Dagegen haben andere Leute ja Taucheranzüge an.“

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