Sport : Spurt an die Spitze

Mit frühen Toren gewinnt der FC Bayern München zum Saisonauftakt 3:1 gegen Eintracht Frankfurt

Daniel Pontzen

München. Der FC Bayern München sieht sich gern als Botschafter der heimatlichen Tradition. Und so hatten sich die Werbearchitekten des Deutschen Fußballmeisters zum Start der neuen Bundesliga-Saison im ausverkauften Münchner Olympiastadion etwas Besonderes ausgedacht. Zwischen Trainerbank und Ehrentribüne hatten sie am Freitagabend einen Biergarten in Miniaturform aufgebaut – mit Bäumchen, Biertischen und einem leise plätschernden Brunnen. Es war ein Bild totaler Harmonie. Da passte es gut, dass Aufsteiger Eintracht Frankfurt die bayerische Idylle auf dem Fußballplatz nicht zu stören gedachte. Mit wenig Gegenwehr fügten sich die Gäste dem Münchner 3:1 (3:0)-Sieg vor 63 000 Zuschauern. Nach Toren von Zé Roberto, Hasan Salihamidzic und Claudio Pizarro bei einem Gegentreffer von Ervin Skela waren die Münchner sofort wieder dort angelangt, wo sie die vergangene Saison abgeschlossen hatten: an der Tabellenspitze.

Beim ersten Spiel konnten sich die Gastgeber sogar den Luxus erlauben, zunächst auf bewährte Stammkräfte wie Mehmet Scholl und Jens Jeremies zu verzichten. Stattdessen spielten Sebastian Deisler und Owen Hargreaves im Mittelfeld – und erledigten ihre Sache souverän. Schon in den ersten Spielminuten zahlte sich die stürmisch ausgerichtete Spielformation von Trainer Ottmar Hitzfeld in Toren aus. Nach einer missglückten Kopfballabwehr des Frankfurters Andree Wiedener gelangte der Ball zu Zé Roberto. Der schoss von der Strafraumgrenze aufs Tor – und traf zum ersten Treffer der 41. Saison. Danach ging es Tor auf Tor. 20. Minute: Deisler tritt einen Freistoß in den Frankfurter Strafraum, die Abwehr schaut dem Ball nach, Salihamidzic springt hoch – 2:0. 42. Minute: Nach Flanke von Tobias Rau zeigt sich die Frankfurter Hintermannschaft wieder nur bedingt abwehrbereit; diesmal springt Pizarro zum Kopfball hoch – 3:0. Münchens Aufsichtsratschef Franz Beckenbauer stellte spöttisch fest: „Ich weiß gar nicht, ob der FC Bayern so stark ist oder die Eintracht so schwach.“

Immerhin gaben sich die Frankfurter in der zweiten Hälfte mehr Mühe. Vor allem der albanische Nationalspieler Skela weckte mit zwei Freistößen aus gut 20 Metern seine Mannschaft auf. Der erste Schuss ging noch an die Latte, der zweite Versuch landete hinter Bayern-Torwart Oliver Kahn im linken oberen Toreck. Danach wurde das Spiel ein wenig interessanter. Doch die bayerische Idylle konnten die Frankfurter nicht wesentlich stören. Und das, obwohl die Münchner – bei denen Scholl noch in den letzten 20 Minuten spielen durfte – nicht mehr viel taten.

„Ein wenig mehr Spannung hätte dem Spiel sicher gut getan“, maulte Ligapräsident Werner Hackmann nach dem Abpfiff. Aber bevor er das Stadion verließ, sagte er noch: „Am Samstag wird es richtig spannend.“

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