St. Pauli - Mainz 2:4 : Die Macht am Rhein

Durch den Auswärtssieg gegen St. Pauli überwintert Mainz 05 auf einem Champions-League-Platz und feiert die beste Hinrunde der Vereinsgeschichte. Trainer Tuchel nennt die Leistung seines Teams "überragend".

Frank Heike
Blick nach oben: André Schürrle jubelt über sein Tor zum 1:0. Die Mainzer können in der Winterpause von Europa träumen.
Blick nach oben: André Schürrle jubelt über sein Tor zum 1:0. Die Mainzer können in der Winterpause von Europa träumen.Foto: dapd

Bei diesem Konter sprang die ganze Mainzer Bank auf und riss die Arme zu einer Art Vorjubel in die Höhe: Sami Allagui preschte über die linke Seite nach vorn, er musste nun nur noch sehen, dass auf der anderen Seite drei Mainzer ganz frei standen. Womöglich hat die ganze Bankbesatzung des FSV Mainz 05 ihm in dieser Szene aus der 84. Minute zugerufen, den Ball herüberzuspielen, denn Mainz wackelte gegen enthemmte Paulianer beträchtlich beim Stande von 3:2 für den FSV. Wenig später konnten sich die Mainzer entspannen, denn Allagui tat genau das Richtige – er spielte den Ball zu Marco Caligiuri, und der schoss den Ball ins lange Eck. Dieser Konter war das Ende einer hochklassigen Partie vor 24000 Zuschauern am eiskalten Millerntor. Mainz siegte verdient 4:2 und beendete die beste Hinrunde der Vereinsgeschichte eindrucksvoll mit elf Siegen.

Bis zum Spiel der Leverkusener am Sonntag reicht das für einen zweiten Rang, von dem sicher keiner auch nur geträumt hätte im Sommer. Trotz der starken Bilanz blieben die Mainzer am Samstag selbstkritisch. „Das wir nach dem 3:1 noch mal zittern mussten, war unnötig“, sagte Innenverteidiger Niko Bungert, „aber St. Pauli macht mit den Fans im Rücken auch ziemlich viel Druck.“ Erst der Treffer zum Endstand brachte Erleichterung. Die Bilanz der Hinserie fand nicht nur Bungert „überragend“. Das selbe Wort benutzte auch Trainer Thomas Tuchel, um die Leistungen seiner Mannschaft zu beschreiben.

In allen Aktionen waren die früh attackierenden Profis des FSV wacher, flinker und cleverer als ihre Gegenspieler. Beim 1:0 lief Adam Szalai dem Hamburger Hennings einfach weg und passte in den Strafraum, wo Andre Schürrle ohne Mühe einschoss. In der 28. Minute gelang Schürrle sein zweiter Treffer, als er Fathis verunglückten Schuss aus ein paar Metern über die Linie drückte. Als Schiedsrichter Sippel die unglückliche Aktion Sotos als Handspiel wehrte, bekam St.Pauli einen Elfmeter, den Lehmann verwandelte. Noch vor der Pause nutzte Szalai den Fehler Oczipkas aus und schoss den Ball mit der Innenseite gekonnt ins Tor.

Doch Mainz wackelte nach Lehmanns schönem Fernschuss zum 3:2 beträchtlich. Nun hätte das Spiel kippen können, die Souveränität der ersten Stunde war verschwunden. Doch klare Aktionen gab es keine mehr für St. Pauli, Beim FC St. Pauli freute man sich nach der fünften Heimniederlage über ganz andere Dinge: die Niederlagen des 1. FC Köln und von Borussia Mönchengladbach. „Wir müssen zuhause von Beginn an wacher sein, sonst wird es ganz schwer für uns“, sagte Trainer Holger Stanislawski.

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