St. Pauli - Nürnberg : Die Serie besiegt

St. Pauli atmet durch: Mit 3:2 siegen die Hamburger gegen Nürnberg in einem Spiel, das erst in der zweiten Halbzeit an Qualität gewann, und feiern so den ersten Heimerfolg der Saison.

Frank Heike
Trag mich nach Hause: Trainer Holger Stanislawski und Stürmer Marius Ebbers feiern den ersten Heimsieg der Saison.
Trag mich nach Hause: Trainer Holger Stanislawski und Stürmer Marius Ebbers feiern den ersten Heimsieg der Saison.Foto: dapd

Hamburg - So etwas nennt man Heimvorteil. Eigentlich wäre das 2:2 logisches Resultat dieses am Ende packenden Spiels gewesen. Als der FC St. Pauli aber in den letzten zehn Minuten beim Gleichstand noch einmal alles mobilisierte, kam eine großartige Unterstützung von den Rängen am ausverkauften Millerntor, die bei den Profis auf dem Rasen wohl die letzte Kraft herauskitzelte. Die Antwort auf die Anfeuerung fiel ganz nach dem Geschmack der St.-Pauli-Fans aus: Der eingewechselte Florian Bruns kam in der 82. Minute nach einer Ecke mit dem Kopf an den Ball und traf zum umjubelten 3:2.

Der erste Heimsieg der Saison gegen einen hartnäckigen 1. FC Nürnberg, Platz vier in der Tabelle – die traditionelle Ehrenrunde der Pauli-Profis war von großem Jubel begleitet. „Wir müssen jetzt nicht mehr die Frage beantworten, wann wir den ersten Heimdreier schaffen“, sagte St. Paulis Trainer Holger Stanislawski. Sein Kollege Dieter Hecking sagte, er habe das erwartete Spiel gesehen: „St. Pauli hat mehr Leidenschaft gezeigt und deshalb verdient gewonnen.“

Bloß nichts riskieren, das schien für beide Mannschaften zunächst die Devise des kalten Nachmittags zu sein. Es lief schon die Nachspielzeit, als Lehmann einen Eckball trat, der Nürnberger Simons fiel und plötzlich Asamoah da war: 1:0 für den FC. Nach der Pause kam Nürnberg in seiner besten Offensivaktion zum Ausgleich: Hegeler spielte den Ball zurück auf Ekici, die Bayern-Leihgabe hatte keine Mühe, das 1:1 zu erzielen. Das Spiel wurde schneller, offener, und nach einem Eckball Lehmanns kam plötzlich Ebbers ein paar Meter vor dem Tor an den Ball und drosch ihn ins Netz. Lange konnte sich der FC aber nicht über die Führung freuen: Nur 120 Sekunden später gelang Nürnbergs Kapitän Wolf der Ausgleich. Nürnberg wirkte jetzt gefährlicher auf dem Weg nach vorn. Aber die Hamburger Fans peitschten ihre Mannschaft nach vorn und jubelten am Ende über den vierten Saisonsieg des Aufsteigers. Und Stanislawski freute sich ganz besonders über den Sieg: Beim geheimen Abschlusstraining hatte er Standardsituationen üben lassen. Frank Heike

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