St. Pauli - Schalke abgebrochen : Becherwurf auf St. Pauli

Das Bundesligaspiel zwischen St. Pauli und Schalke 04 ist am Freitagabend beim Stand von 0:2 kurz vor Schluss abgebrochen worden. Schiedsrichter Aytekin beendete das Spiel, nachdem sein Assistent von einem Bierbecher im Nacken getroffen worden war.

Frank Heike
Der Schiedsrichter-Assistent Thorsten Schiffner (r.) wurde von einem Bierbecher getroffen.
Der Schiedsrichter-Assistent Thorsten Schiffner (r.) wurde von einem Bierbecher getroffen.Foto: dpa

Der Zwischenfall überschattete damit auch das Comeback von Ralf Rangnick auf der Trainerbank des FC Schalke 04 . Dabei hätte sich Rangnick seine Rückkehr bis zu jenem Moment kaum besser vorgestellt haben. Beim kampfstarken, aber in den entscheidenden Situationen fehlerhaften FC St. Pauli hatten die Schalker nach Toren von Rául (26. Minute) und Julian Draxler (66.) zu diesem Zeitpunkt sicher und überlegen mit 2:0 (1:0) geführt. Die Hamburger waren nach Platzverweisen für Kalla und Bartels nur noch zu neunt.

Nach dem Abbruch kam es noch auf dem Spielfeld zu hitzigen Diskussionen zwischen Schiedsrichter Aytekin und einigen Spielern des FC St.Pauli. Der Fußball war jedoch längst in den Hintergrund gerückt und somit auch ein Spiel, bei dem eigentlich die Trainer im Mittelpunkt stehen sollten.

Bei Schalke war das Rangnick in seinem ersten Einsatz für den neuen, alten Verein in der Nachfolge Felix Magaths. Was Rangnick seinen Profis in den ersten Trainingswochen mitgegeben und für die Partie am Freitag verordnet hat, formulierte Mittelfeldspieler Per Kluge so: „Kompakt stehen, schnell Bälle erobern, mit wenig Kontakten nach vorn spielen.“

Die Paulianer haben ganz andere Sorgen als die Schalker. In ganz Hamburg geht man davon aus, dass Trainer Holger Stanislawski dem Klub im Falle des Abstiegs verloren geht. Zudem ist seit dem Derby-Sieg gegen den HSV fast alles schief gelaufen am Millerntor. Seitdem gab es fünf Niederlagen am Stück.

Dabei begleitet den Aufsteiger allerdings auch ein unheimliches Verletzungspech: Am Freitag fehlten wieder sieben Stammkräfte; Mittelfeldmotor Boll spielte trotz eines Bänderrisses. Das Derby war am Freitag noch einmal Bezugsgröße, weil Stanislawski den damals überraschend aufgebotenen Pliquett abermals ins Tor stellte.

Vor diesem Hintergrund war es wenig überraschend, dass die Schalker das Spiel gleich ganz gut im Griff hatte. Sie waren in punkto individuelle Klasse deutlich im Vorteil. Aber St. Pauli ist St. Pauli und lässt sich von niemandem einschüchtern. Mit Kampf und Energie kam der Aufsteiger doch mal vors Tor des Gegners und hatte durch Takyi und Asamoah zwei ganz gute Chancen. Schalke allerdings wirkte gefährlicher. Immer wieder waren es persönliche Fehler, die St. Pauli schon zuletzt hatten verlieren lassen.

Beim Tor der Schalker in der 26. Minute passten Thorandt und Gunesch nicht auf und ließen Raul einfach laufen – so konnte der Spanier den Eckball Farfans unbedrängt zur Schalker Führung einköpfen. Weiter ging es, und der Weitschuss von Bartels ging nur knapp übers Tor (33.). Nach der Pause ging St. Pauli volles Risiko, drängte Schalke in die eigene Hälfte und hatte Pech, dass Schiedsrichter Aytekin einen Treffer Lehmanns wegen einer Abseitsstellung nicht anerkannte. Fast im Gegenzug kam Schalke durch Draxler zum 2:0 (64. Minute).

Und kurze Zeit später beendete der Plastikbecher vorzeitig die Partie in der 88. Minute. mit dpa

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