Sport : St. Paulis Träume

Bayern besiegen, aufsteigen, neues Stadion bauen

Sarah Kramer

Berlin - Das große Los haben sie schon wieder gezogen, aber diesmal soll ihnen auch der große Wurf gelingen, so stellen sie es sich vor. „Das wird jetzt ein ganz anderes Spiel“, sagt Holger Stanislawski, Manager des FC St. Pauli. Zum zweiten Mal innerhalb von wenigen Monaten empfängt der Hamburger Regionalligaklub im Stadion am Millerntor den FC Bayern München. Doch anders als in der Vorsaison, als die braun-weißen „B-Sieger“ (Burghausen, Bochum, Berlin und Bremen wurden aus dem Cup geworfen) im DFB-Pokal erst im Halbfinale von den Bayern gestoppt wurden, trifft man nun schon in Runde eins aufeinander. Stanislawski hat auch ein Wunschergebnis im Kopf: 8:7 nach Elfmeterschießen.

Realistischer als das Weiterkommen im Pokal ist für Stanislawski allerdings der Aufstieg in die Zweite Liga, trotz eines Fehlstarts in die Regionalliga. Dort steht St. Pauli nach sechs Spielen mit nur sieben Punkten auf Platz 14. „Wir arbeiten weiter auf den Aufstieg hin“ sagt der Manager. Denn auf Dauer sei Profifußball in der Dritten Liga schwer finanzierbar, trotz eines Zuschauerschnitts von 17 000 Fans. „In der Zweiten Liga kriegen wir das Zehnfache an Fernsehgeldern“, sagt Stanislawski. Ein Unterschied von etwa drei Millionen Euro.

Zum Aufstieg gibt es für St. Pauli keine Alternative. Schließlich schieben sie am Millerntor nach wie vor Verbindlichkeiten von rund einer Million Euro vor sich her, wie Stanislawski einräumt. Die Pokaleinnahmen aus der Vorsaison haben den Verein zwar vor dem finanziellen Aus gerettet, aber nicht saniert. „Gerade mit so einem maroden Stadion ist es schwierig, sich dauerhaft über Wasser zu halten“, sagt Stanislawski. Altehrwürdig ist für die Zustände am Millerntor eine beschönigende Umschreibung. Es gibt keine Logen, keine Rasenheizung, nur schlichte Holztribünen. Der Verein denkt daher schon lange über ein neues Stadion nach. Neu ist, dass es konkrete Pläne gibt. Größer und schöner soll das neue Stadion werden, mitten im Kiez bleiben und obendrein den Anforderungen des Profifußballs entsprechen. „Spätestens in der Winterpause könnten wir mit dem ersten Bauabschnitt beginnen“, hofft Stanislawski.

Zurück zur Gegenwart. Dass den Regionalligisten Verletzungssorgen plagen, ficht den Manager nicht an. „Die Bayern wissen, was sie hier erwartet. Sie mussten schon beim letzten Mal an ihre Grenzen gehen, um das Halbfinale zu gewinnen.“ Immerhin darf der zuletzt gesperrte Felix Luz, einer der Pokalhelden des Vorjahres, wieder spielen. Er hat nachgewiesen, dass er zu außergewöhnlichen Leistungen in der Lage ist. Darauf hofft St. Pauli auch gegen den FC Bayern. Doch Stanislawski sagt mit Vorsicht: „Wir müssen schon einen sehr guten Tag erwischen und die Bayern einen sehr schlechten.“

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