Sport : Staatsanwalt ermittelt gegen Schumacher

Stuttgart - Die Reaktionen hat man so oder ähnlich schon gehört. Drei Tage nachdem die zwei positiven Dopingproben des Radprofis Stefan Schumacher bekannt geworden sind, haben sich sein Anwalt und sein Manager erklärt und den Befund infrage gestellt. Sie wollen vorerst zu ihrem Klienten stehen, dessen Haus am Dienstag durchsucht wurde und gegen den die Staatsanwaltschaft Stuttgart wegen des Anfangsverdachts des Betrugs zum Nachteil seines Arbeitgebers Team Gerolsteiner ermittelt.

Schumacher selbst, der Doping stets bestritten hat, ist laut seinem Manager Heinz Betz „am Boden zerstört und hat sich erst einmal zurückgezogen. Er wird sich zu gegebener Zeit zu Wort melden.“ Der Fall werfe „berechtigte Zweifel“ auf, vor allem, was die französische Anti-Doping-Agentur AFLD angehe. „Unter anderem berichtete die AFLD laut Medienberichten davon, dass Stefan in der ersten Woche der diesjährigen Tour de France einen Brief erhalten habe, in dem er gebeten wurde, seine Blutwerte mit dem Teamarzt zu diskutieren. Stefan hat nie solch einen Brief erhalten“, heißt es in einer Stellungnahme von Betz. In Schumachers Proben war bei nachträglichen Tests mit einem neuen Verfahren das Blutdopingmittel Cera nachgewiesen worden.

Schumachers Anwalt Michael Lehner wählt die altbekannte Strategie, das Zustandekommen der Ergebnisse anzuzweifeln, und verweist auf die Tests während der Tour, bei denen es das neue Verfahren noch gar nicht gab. „Die unmittelbar nach beiden Dopingkontrollen analysierten A-Proben waren negativ, ohne Dopingbefund. Unter welchen Umständen und welche Blutproben drei Monate später im Labor in Chatenay-Malabry angeblich positiv auf Cera getestet worden sein sollen, ist nach den bisher vorliegenden Unterlagen völlig unklar“, teilte er mit. „So war mein Mandant auch der Letzte, der offiziell von den Vorwürfen erfuhr – als ihm der Staatsanwalt bei einer Hausdurchsuchung einen an ihn persönlich gerichteten Brief der AFLD überreichte. Bereits geöffnet und ohne die deutsche Übersetzung, die der Umschlag angeblich enthalten sollte.“ Davon, dass Schumacher – wie bei solchen Zweifeln üblich – die Öffnung der B-Probe beantragt hat, war weder bei Betz noch Lehner die Rede. klapp/dpa

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