Sport : Staatsanwalt fordert Geldstrafe im Schumacher-Prozess

Stuttgart - Im Betrugsprozess gegen Radprofi Stefan Schumacher hat der Staatsanwalt eine Geldstrafe in Höhe von 16 800 Euro gefordert. Neben den 210 Tagessätzen soll Schumacher die Kosten des seit 18 Verhandlungstagen laufenden Verfahrens übernehmen. „Der Angeklagte Schumacher ist schuldig eines Betruges im Sinne von Paragraf 263 StGB“, sagte Staatsanwalt Peter Holzwarth am Dienstag zum Ende seines Plädoyers vor dem Landgericht Stuttgart. Den entstandenen Schaden hatte er von ursprünglich rund 150 000 Euro auf 100 000 Euro gesenkt. Schumacher dagegen hofft weiter auf einen Freispruch. „Für mich ist es klar, dass ich freigesprochen werden müsste“, sagte er. Auch Schumachers Anwalt Michael Lehner forderte zum Abschluss seines Plädoyers einen Freispruch.

Zuvor hatte Staatsanwalt Holzwarth am 18. Verhandlungstag den Prozess in einem 133-Minuten-Monolog aus seiner Sicht zusammengefasst. Die Botschaft: Schumacher habe viel zu lange gelogen, um glaubwürdig zu sein. Dass sein ehemaliger Teamchef Hans-Michael Holczer bereits 2008 vom Doping des inzwischen 32-Jährigen gewusst haben soll, sei nichts weiter als eine Unterstellung und Taktik. „Ich komme zu dem Ergebnis: Es gibt eine Täuschungshandlung vom Angeklagten Schumacher“, sagte der Staatsanwalt. Schumacher wird vorgeworfen, Holczer um drei Monatsgehälter betrogen zu haben, weil er Doping bei der Tour de France trotz Nachfrage geleugnet habe. Später war er positiv getestet und gesperrt worden. Schumacher und seine Anwälte vertreten den Standpunkt, Holczer könne nicht betrogen worden sein, da er vom Doping im ehemaligen Team Gerolsteiner gewusst habe. Holczer, der als Zeuge am Prozess beteiligt ist, bestreitet das. dpa

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