Sport : Stabhochsprung: Ein Höhenflieger bleibt auf dem Boden

Stabhochspringer Danny Ecker bleibt trotz Höhenrausch und Rekordsprung konsequent. Der 23-jährige WM-Vierte von 1999 in Sevilla will auch nach dem deutschen Hallen-Rekord von 5,96 m in Chemnitz an seinem Fahrplan festhalten, der Operation statt Teilnahme an der Hallen-WM im März in Lissabon heißt. "Diese Entscheidung steht fest, ich will nicht länger warten und mit Schmerzen springen oder mich ständig spritzen lassen. Am 22. Februar gehe ich unter das Messer", sagte der am Freitag von 2000 Zuschauern gefeierte Sohn der früheren Olympiasiegerin Heide Rosendahl.

Der Leverkusener schwang sich problemlos gleich im ersten Versuch über die neue Jahresweltbestleistung und verbesserte die von Tim Lobinger (Fürth/München) am 18. Februar des Vorjahres an gleicher Stelle erzielte Bestmarke um einen Zentimeter. "Ich bin gut durch das Wintertraining gekommen und sehr zufrieden", sagte Ecker. Anschließend blieb ihm der erste Sechs-Meter-Sprung eines Deutschen unter dem Hallen-Dach noch versagt. Heute in Dortmund, in Stockholm (15. Februar) und Potsdam (18. Februar) hat er noch drei Gelegenheiten dazu. Mit 5,90 m (20. Februar 1999 in Karlsruhe) war er schon einmal nationaler Hallenrekordler und hat nun unter dem Dach eine um drei Zentimeter bessere Marke als im Freien.

Er habe gespürt, dass "was in der Luft liegt" und sei sehr aufgeregt gewesen. "Heute ging es hoch hinaus, ohne dass ich nachdenken musste. Alles ist automatisiert", sagte Ecker. Mit 5,80 m war er in die Saison eingestiegen, vor einer Woche in Erfurt folgten 5,85 und nun der Rekordsprung. "Ich bin noch in keinem Jahr so gut gestartet. In Erfurt waren meine Sprünge technisch besser. Heute habe ich härtere Stäbe benutzt, die Griffhöhe war mit 5,08 m gleich." Seine gesteigerten Anfangshöhen bei diesen Wettkämpfen von 5,40, 5,50 und 5,60 m verdeutlichen auch das zuletzt gewonnene Selbstervertrauen.

Auch der Trainer weiß um die Klasse seines Musterschülers. "Danny hat so gut trainiert wie noch nie", sagt Trainer Leszek Klima. Er bedauert, dass der gegenwärtig Beste der Welt in Lissabon fehlt. "Aber er hat seine Gründe dafür."

Der Höhenflieger lässt sich eine Entzündung auf dem Spann des rechten Fußes operieren, die ihn schon drei Jahre lang behindert und chronisch geworden ist. "Ich will den Sommer mit den Weltmeisterschaften in Edmonton nicht aufs Spiel setzen", sagt Ecker. Er hat aus dem Vorjahr gelernt, denn im Olympia-Jahr plagten ihn starke Rückenprobleme, die einen verspäteten Einstieg in den Sommer zur Folge hatten. "Das habe ich im Griff und weiß, wie ich trainieren muss." Ecker geht davon aus, dass er nach der Operation sechs bis zehn Wochen zur Rekonvaleszenz benötigt.

Danny Ecker weiß, was er will und setzt eindeutige Prioritäten. Und den ganz großen Sprung, den will er sich ohnehin für Edmonton aufheben.

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