Sport : Stabil und frisch

Alba Berlin fehlt nach dem 88:80 in Ludwigsburg nur noch ein Sieg zum Einzug ins Halbfinale

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Berlin – Der Trainer hatte Recht behalten. „Die Serie kann noch sehr spannend werden“, hatte Henrik Rödl nach dem 98:80Sieg im ersten Play-off-Viertelfinalspiel von Alba Berlin gegen die EnBW Ludwigsburg gesagt. Er wollte damit nicht dem Gegner schmeicheln, sondern vor dem voreiligen Schluss warnen, dass sein Team das Halbfinale der Basketball-Bundesliga schon fast erreicht habe. Schließlich hatte Alba erst in den letzten Minuten dominiert. Tatsächlich war auch das zweite Spiel gestern Abend in Ludwigsburg bis kurz vor Schluss hart umkämpft. Alba siegte schließlich 88:80 (41:43) und führt nun 2:0. Am Samstag treffen sich beide Teams in der Max-Schmeling-Halle wieder, mit einem dritten Sieg können die Berliner, für die nur der Meistertitel zählt, ins Halbfinale einziehen. Topscorer war gestern Ludwigsburgs Lamayn Wilson mit 20 Punkten, die meisten Punkte für Alba erzielten Stefano Garris (19, davon 4 Dreier), Matej Mamic (13), Jovo Stanojevic (13), Gerald Brown (12) und Szymon Szewczyk (12).

„Das ist ein wichtiger und vielleicht auch großer Play-off-Auswärtssieg“, sagte Berlins Teammanager Henning Harnisch. Alba hat in dieser Bundesligasaison auswärts schon achtmal verloren, darunter bei fünf der sieben Teams, die außer Berlin in den Play-offs stehen. Rückstände in und gegen Ludwigsburg ist das Team gewohnt. Beim Bundesliga-Hinspiel im Dezember unterlag die Mannschaft 80:89, und am Freitag lag sie vor eigenem Publikum im zweiten Viertel 25:35 zurück. Auch gestern änderte sich am bekannten Spielverlauf zunächst nichts, Ludwigsburg führte 20:10. Doch durch Körbe von Gerald Brown, Jovo Stanojevic und Szymon Szewyzk kämpften sich die Berliner wieder auf einen Punkt heran. Die Führung war einem Mann vorbehalten, der nach wochenlanger Verletzungspause erstmals wieder auflief: Mithat Demirel (10 Punkte) gelang mit einem Dreipunktewurf das 24:22.

Zur Pause lag sein Team knapp mit 41:43 zurück. Obwohl Spielmacher Brown schon 12 Punkte erzielt hatte, davon neun aus dem Feld, betrug Albas Feldwurfquote nur 44 Prozent, die von Ludwigsburg hingegen 60 Prozent. Dafür trafen im dritten Viertel Szewczyk, Demirel und Matej Mamic Albas Dreipunktwürfe Nummer fünf, sechs und sieben, so dass zehn Minuten vor dem Ende alles offen war: 67:67.

„Man kann nicht innerhalb von fünf Minuten alles klar machen wollen“, hatte Albas Vizepräsident Marco Baldi nach Spiel eins gesagt. „Wir müssen die Intensität hoch halten, dann geht Ludwigsburgs Niveau wahrscheinlich runter.“ So war es am Freitag, als die Berliner in den letzten Minuten geglänzt hatten, so war es auch gestern. Mit zwei Distanzwürfen von Stefano Garris zog Alba davon (77:69). „Wir waren stabiler und frischer“, sagte Harnisch, der aber vor Euphorie warnte. „Nach einem 2:0 geht man vielleicht zu entspannt mit der Situation um. Letztlich war es nur ein Sieg.“ ru

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