Sport : Stabiles Gebilde

Wie Hertha BSC die Abwehr ersetzen will

Mathias Klappenbach

Berlin - So lange wird er gar nicht fehlen. Josip Simunic war beim 2:1 gegen den 1. FC Nürnberg am vergangenen Samstag mit einer Kapselverletzung im Fuß vom Platz getragen worden, zunächst war von zwei Wochen Ausfallzeit die Rede. „Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Joe spielen kann. Er ist unser allerbester Manndecker mit den allerbesten Werten“, sagt Herthas Trainer Falko Götz. Die eigentlich gute Nachricht ist dennoch eine schlechte, denn bis zum Sonntag, wenn Hertha BSC beim VfB Stuttgart spielt, wird der Verteidiger wohl nicht wieder fit werden. Gerade im Spitzenspiel der Bundesliga hätte Hertha den in dieser Saison bisher überragenden Simunic gut gebrauchen können, weil auch Arne Friedrich nicht dabei sein wird. Der Mannschaftskapitän ist wegen seiner fünften gelben Karte gesperrt.

Götz muss eine Abwehr umbauen, die im bisherigen Saisonverlauf überzeugte. Hertha hat mit 18 Gegentoren die wenigsten Treffer aller Bundesligamannschaften kassiert. „Unsere Defensive ist auch deshalb so stabil, weil von vorne gut nach hinten gearbeitet wird“, sagt Götz. Den Platz von Simunic wird am Sonntag Alexander Madlung einnehmen. „Alex ist ein Spieler, der eigentlich alles mitbringt. Er muss sich aber selbst zwingen oder gezwungen werden“, sagt der Trainer. „Er muss den nötigen Eigenantrieb haben, dann kann er ein Großer werden. Sonst wird er Durchschnitt bleiben.“ Der 22-jährige Madlung hatte sich in der Vorrunde einen Stammplatz erkämpft, nach der Winterpause spielte an seiner Stelle dann aber wieder Dick van Burik.

Madlung wird am Sonntag sicher eine Chance kriegen, außer van Burik hat Hertha keinen weiteren Spieler für die Innenverteidigung zur Verfügung. Es sei denn, Marko Rehmer kehrt in den Kader zurück. „Das werden wir sehen. Wir haben die Qualität, die beiden fehlenden Spieler adäquat zu ersetzen“, sagt Götz. In Malik Fathi und Oliver Schröder hat der Trainer zwei Spieler für die Außenpositionen in der Abwehr. Zumindest dann, wenn er in Stuttgart mit einer Viererkette spielen lässt. Der Trainer variiert sein System in der Deckung von Spiel zu Spiel, gegen Nürnberg verteidigten drei Spieler auf einer Linie. „Mit welchem System wir agieren, hängt davon ab, wie wir den jeweiligen Gegner bespielen wollen“, sagt Götz. Die personelle Situation sei dabei gar nicht so wichtig.

Die Ausfälle in der Abwehr machen dem Trainer daher so lange keine großen Sorgen, wie sich alle Spieler an ihre taktischen Vorgaben halten. Diese Ansicht des Trainers ist auch Ausdruck des Selbstbewusstseins einer Mannschaft, die seit elf Spielen in der Bundesliga nicht verloren hat. Da kann man ruhig mal den einen oder anderen Ersatzspieler bringen.

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