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Stadion für besondere Momente : Herbergers Anfang

21.08.2012 00:00 UhrVon Kit Holden
Endlich wieder Spektakel. Der Berliner AK feiert seinen Sieg gegen Hoffenheim im geschichtsträchtigen Poststadion.Bild vergrößern
Endlich wieder Spektakel. Der Berliner AK feiert seinen Sieg gegen Hoffenheim im geschichtsträchtigen Poststadion. - Foto: dpa

Die Spielstätte des Berliner AK ist traditionsreich. Im Poststadion siegten schon früher die Außenseiter.

„Steht auf, wenn ihr Berliner seid!“ sangen die Fans, als der Berliner Athletik Klub immer mehr Tore an Tim Wiese vorbei ins Hoffenheimer Tor schoss. Sie trafen damit ins Schwarze. Unter den knapp 1500 Fans am Samstag im Poststadion waren einige, die sich nicht als BAK-Fans bezeichnen würden, die zuvor niemals ein Spiel des Regionalligisten besucht hatten. Und die vermutlich auch künftig den Weg in die Lehrter Straße nicht finden werden. Aber sie feierten trotzdem. Weil sie Berliner sind. Und Berlin gewann.

Nach dieser Demütigung des Bundesligisten wollen die langjährigen Fans des BAK das Abenteuer DFB-Pokal richtig genießen.

Manche schlagen sogar vor, dass der Verein im Olympiastadion spielen sollte, falls ihm in der zweiten Runde erneut ein Bundesligist zugelost wird. Besonders nach dem Aus der Hertha gegen Wormatia Worms ist das Argument durchaus verständlich. Eine Berliner Mannschaft, mit Berliner Fans, die Berlin vertritt, sollte doch auch im größten Stadion der Stadt spielen, oder?

Vielleicht. Doch wäre es schade, wenn nach dem ersten richtigen Spektakel seit Jahren das traditionsreiche Poststadion plötzlich wieder in Vergessenheit geraten würde.

Im Poststadion entsagte Adolf Hitler dem Fußball

Die Tatsache, dass der BAK die Hoffenheimer im eigenen Poststadion geschlagen hat, macht den Sieg doch noch ein wenig süßer. In den Dreißigerjahren fanden hier mehrere Meisterschafts-Endspiele statt. 1934 schlug Schalke 04 überraschend den großen Favoriten aus Nürnberg. Im Poststadion entsagte auch Adolf Hitler dem Fußball, als er während der Olympischen Spiele 1936 die für die Nazi-Regierung peinliche 0:2-Niederlage gegen Norwegen mit ansah. Eine Niederlage, die den damaligen Reichstrainer Otto Nerz den Job kostete und seinem Assistenten, einem gewissen Sepp Herberger, den Weg ins Amt ebnete.

Wenn das Pokal-Abenteuer des BAK noch weitergehen sollte, wäre es eine Gelegenheit für Fußballfans, all die Geschichten um Wiesenhof, VW und Sepp Blatter für einen Moment zu vergessen und den Sport zu genießen, wie er einmal war: als etwas, bei dem der Außenseiter immer gewinnen kann. Es wäre eine Gelegenheit, der Romantik und der Nostalgie zu frönen. Und dazu passt doch ein Stadion besser, das selbst auch aus einer anderen Epoche stammt.

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