Sport : Stammkunde beim Referee

Manfred Amerell

Abpfiff in Hamburg: Hertha BSC hat beim HSV 1:2 verloren, und Manager Dieter Hoeneß attackiert verbal aufs Heftigste Schiedsrichter Markus Merk. Erst auf dem Platz, dann im Kabinengang. Schließlich brüllt Hoeneß dem Referee hinterher: „Alles gegen Bastürk zu pfeifen ist eine Sauerei.“ Darf ein Manager sich so verhalten?

Es gilt der Grundsatz: Ein Mannschaftsverantwortlicher hat nach Spielschluss auf dem Spielfeld nichts zu suchen. Da verstößt er gegen die Bestimmungen. Es wäre der übliche Weg, dass man versucht, erst einmal Abstand zu gewinnen. Später, wenn sich der erste Ärger gelegt hat, geht man noch mal in die Kabine des Schiedsrichters und diskutiert mit ihm sachlich die strittigen Szenen. Dazu sind die Schiedsrichter auch bereit.

Aber Dieter Hoeneß zählt ja schon zu unserer Stammkundschaft. Der fährt ständig diese Attacken. Er denkt ergebnisorientiert, reagiert manchmal etwas zu cholerisch. Dabei macht das doch keinen Sinn. Was will Herr Hoeneß damit erreichen? Solche Aktion bringt ihm doch keinen Vorteil. Wenn da in der 90. Minute etwas passiert, das für Aufregung sorgt, dann bringe ich ja noch ein gewisses Verständnis auf. Aber so ... Außerdem kann er nicht pauschalisieren, dass da etwas mit Bastürk war. Da muss er schon konkret werden. Im Übrigen weise ich darauf hin: Markus Merk ist einer der erfahrensten und besten Schiedsrichter – weltweit.

Und so schlecht ist Hertha nicht weggekommen in Hamburg. Die Gelbe Karte für van Burik war sicher im Grenzbereich des Ermessensspielraums. Man hätte das auch als Notbremse auslegen können.

Ich weiß nicht, wie sich Markus Merk verhält. Der Schiedsrichter hat die Möglichkeit, so einen Vorfall zu melden. Dann geht die Sache vor den Kontrollausschuss des DFB. Von einem schriftlichen Verweis bis zur Anklageerhebung ist dann alles möglich.

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