Stanley-Cup-Finale in der NHL : Die Chicago Blackhawks wollen den nächsten Titel

Die Chicago Blackhawks sind gerade dabei, eine Ära in der NHL zu begründen. Zum dritten Mal seit 2010 stehen sie im Finale um den Stanley Cup. Gegner ist dieses Mal Tampa Bay Lightning.

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Erst der Anfang? Chicagos Kapitän jonathan Toews bekommt von NHL-Comissioner Bill Daly die Clarence S. Campbell Bowl für den Sieger der Western Conference überreicht. Nun soll der Stanley Cup folgen.
Erst der Anfang? Chicagos Kapitän jonathan Toews bekommt von NHL-Comissioner Bill Daly die Clarence S. Campbell Bowl für den...Foto: AFP

Chicago putzt sich wieder raus dieser Tage. Überall in der Stadt werden riesige Banner hängen, darauf zu sehen sind die Stars der Blackhawks, Chicagos Eishockey-Mannschaft. Jonathan Toews, Patrick Kane oder Marian Hossa grüßen wieder vom Gebäude der „Chicago Tribune“, die Dampfer auf dem Chicago River werden Blackhawks-Fahnen hissen und selbst die Löwen-Statuen vor dem Art Institute werden Eishockey-Helme aufgesetzt bekommen.

Gegen Tampa Bay ist Chicago Favorit

Chicago befindet sich im Eishockey-Rausch – mal wieder. Der emotionale Erregungszustand, den die Stadt regelmäßig erreicht, wenn eine ihrer Sportmannschaften ein Endspiel erreicht, ist dank der Blackhawks fast schon zur Normalität geworden. Zum dritten Mal seit 2010 stehen sie im Endspiel um den Stanley Cup, der wichtigsten Trophäe im Eishockey. In der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag geht es los, maximal sieben Spiele, der Gegner heißt dieses Mal Tampa Bay Lightning. Nicht Boston Bruins, New York Rangers oder Montreal Canadiens. Keines der favorisierten Traditionsteams konnte sich im Osten der National Hockey League (NHL) durchsetzen, sondern die mit vielen jungen Talenten besetzten Außenseiter aus dem Sonnenstaat Florida. Fast logisch, das Tampa Bay trotz Heimrecht von Fachleuten nur wenige Chancen gegen die erfahrenen Blackhawks eingeräumt werden. Bei Tampa verfügt nur ein Spieler, Valtteri Filppula, über Final-Erfahrung.

Der Klub verfolgt eine Strategie: Nur absolute Leistungsträger werden gehalten

Chicagos Mannschaft ist gerade dabei, eine Ära zu begründen. Das ist insofern erstaunlich, da so etwas in der modernen NHL eigentlich nicht mehr möglich ist. Aufgrund der Gehaltsobergrenze sind die Teams immer wieder gezwungen, wichtige Spieler abzugeben. Vor allem nach großen Erfolgen. Spieler, deren Verträge dann auslaufen, fordern nach Titelgewinnen automatisch mehr Geld. Wenn der Verein nicht zahlen kann, sind sie weg. Kaum eine Liga der Welt ist so ausgeglichen und daher so schwer zu gewinnen wie die NHL.

Chicago steht trotzdem so lange an der Spitze, weil sich die Verantwortlichen nach vielen erfolglosen Jahren auf eine klare Strategie festgelegt hatten. Der Kern der Mannschaft, Spieler wie Toews, Kane, Hossa, Duncan Keith, Brent Seabrook oder Corey Crawford wurden mit üppigen Verträgen ausgestattet, der Rest des Kaders mit jungen Talenten oder austauschbaren Rollenspielern aufgefüllt. Der stete Erfolg macht attraktiv, selbst ehemalige Großverdiener wie Brad Richards schließen sich den Blackhawks inzwischen für vergleichsweise wenige US-Dollar an. Die Aussicht auf die traditionelle Siegerparade ist vielen Spielern anscheinend zu verlockend. In Chicago wird die immer besonders pompös zelebriert. Vor zwei Jahren tanzten und feierten über eine Million Menschen auf den Straßen der Stadt.

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