Sport : Stanojevic, Glück und Gegners Hilfe

Albas Basketballer schlagen Bonn 85:83

Benedikt Voigt

Berlin - Die letzten 4,2 Sekunden des gestrigen Basketballspiels dürfte der Bonner Flügelspieler Terry Black so schnell nicht vergessen. Er hatte die Möglichkeit sein Team unmittelbar vor dem Ende mit zwei Freiwürfen entscheidend in Führung zu bringen – doch dem US-Amerikaner der Telekom Baskets Bonn versagten zweimal die Nerven. Unmittelbar nach seinem zweiten Wurf foulte er auch noch Spielmacher Hollis Price von Alba Berlin. Dieser bekam auf diese wundersame Weise die Gelegenheit, das Spiel mit Freiwürfen zu entscheiden. Blacks Teamkameraden hielten sich nach dessen dummem Foul vor Entsetzen die Hände vors Gesicht, sie ahnten, was jetzt kommen würde: Price traf.

85:83 (46:40) gewann Alba Berlin gestern glücklich das dramatische Bundesligaspiel gegen Bonn. Abgesehen von Black durfte sich Trainer Henrik Rödl auch bei seinem Centerspieler Jovo Stanojevic bedanken, der 30 Punkte erzielt hatte und der überragende Spieler der Partie war. In der Offensive hatte er auch noch Unterstützung des Dreipunktespezialisten Mike Penberthy erhalten. Bei Bonn traf Jason Conley mit 19 Punkten am besten. Das gestrige Spiel bewies, dass die Duelle zwischen beiden Teams nichts an ihrer Brisanz eingebüßt haben. Es trafen in der Max-Schmeling-Halle zwei temporeiche, offensivstarke Teams aufeinander. Abgesehen von einer kurzen Phase zu Beginn des zweiten Viertels mussten die 8861 Zuschauer fast wie bei einem Tennismatch die Köpfe hin und her wenden, so schnell schickten Albas Spielmacher Hollis Price (12 Punkte) und Bonns Aufbauspieler Andrew Wisniewski (17 Punkte) den Ball über das Feld. Auf beiden Seiten fiel der Ball durch die Reusen.

Das Bonner Team hielt weiterhin sehr gut mit, hatte nach dem dritten Viertel wieder die Führung übernommen: 67:65. Die Bonner hatten vier der letzten fünf Spiele gewonnen, mussten aber vor der Partie die niederschmetternde Diagnose von Branko Klepac verkraften, der an Multipler Sklerose erkrankt ist. Das Spiel in Berlin war das erste ohne den langjährigen Centerspieler. Die Bonner Fans hatten ein Transparent für ihn aufgehängt: „Für all die Jahre tausend Dank! Branko Klepac – eine Bank!“

In der ersten Halbzeit hatte dem neuen Berliner Centerspieler Sharrod Ford die spektakulärste Szene gehört. Der 2,06 Meter große US-Amerikaner hatte einen Bonner Wurf hoch über der Korbanlage ins Rückfeld zurück geschmettert. Insgesamt kam er auf fünf Blöcke. „Ich möchte in einem Spiel noch zehn Blöcke schaffen“, sagte Ford. Allerdings mussten die Berliner bereits nach neun Minuten auf Luke Whitehead verzichten. Er war nach einem Rebound umgeknickt und hatte sich laut erster Diagnose eine Bänderdehnung zugezogen.

Das Spiel aber sollte erst im letzten Viertel entschieden werden. In dieser Phase erzielte Ford seine ersten Punkte in dieser Partie (76:71), doch Wiesniewki gelang gut vier Minuten vor dem Ende der Ausgleich. Die Bonner Michael Meeks und Hrovje Perincic brachten Alba in der 37. Minute mit zwei erfolgreichen Dreipunktewürfen in Rückstand: 79:83. Demond Greene aber gelang 70 Sekunden vor dem Ende der Ausgleich. Dann kamen jene Sekunden, die Terry Black noch länger im Gedächtnis bleiben dürften.

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