Sport : Stark verloren

Trotz Niederlage überzeugen die Eisbären in Mannheim

Mathias Klappenbach

Berlin. Das mit dem Essen und dem Sprechen klappt nicht so richtig gut. Tobias Draxinger hat sich ein kleines Stück von der Zunge abgebissen, als der Verteidiger der Berliner Eisbären nach einem Check seines Mannheimer Gegenspielers Tomas Martinec mit dem Kopf gegen die Bande geknallt war. Draxinger wurde sofort vom Mannheimer Vereinsarzt mit sieben Stichen unter dem Kinn genäht, ein bisschen schwummrig ist ihm immer noch.

Pierre Pagé, der Trainer des Tabellenführers der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), war nach der 3:4-Niederlage bei den Adlern aus Mannheim erst einmal sauer. „Ich nehme die Schiedsrichter immer in Schutz. Aber wenn ein Schiedsrichter sich nach einem Bandencheck weigert, die Verletzung des Spielers anzuschauen, habe ich kein Verständnis dafür“, sagte Pagé, der sich dann aber wieder beruhigte.

Schließlich geht es Draxinger ja schon wieder besser, und Pagé hatte trotz der Niederlage ein gutes Spiel seiner Mannschaft gesehen. „Im zweiten und dritten Drittel war das unser bestes Eishockey in den letzten 18 Tagen“, sagte der Trainer. In diesen achtzehn Tagen haben die Eisbären immerhin acht Spiele bestreiten müssen, zudem sind wichtige Spieler in dieser Zeit ausgefallen oder immer noch nicht wieder dabei. Dennoch hatten die 5800 Zuschauer am Mannheimer Friedrichspark ein richtig gutes Spiel gesehen, in dem die Eisbären nach der ersten Drangphase der starken Gastgeber zeigten, warum sie trotz der Verletzungssorgen weiter an der Spitze der DEL stehen.

Der 20-jährige Stürmer Alexander Barta erzielte seinen neunten Saisontreffer, Verteidiger Micki DuPont war schon zum achten Mal erfolgreich. Die vielen jungen Spieler im Kader der Eisbären halten trotz der hohen Belastung der letzten Wochen ihr Leistungsniveau. Da fällt der Ausfall von wichtigen Torschützen und Vorlagengebern wie Topscorer Kelly Fairchild nicht so schwer ins Gewicht. Wann Fairchild seine Rückenprobleme überwunden haben wird, steht noch nicht fest. Auch bei Tobias Draxinger sollen erst einmal die nächsten Tage abgewartet werden.

Jetzt haben die Eisbären ein paar Tage Pause, die zur Regeneration genutzt werden sollen. Aber von Freitag bis Dienstag stehen dann schon wieder drei Partien auf dem Programm, in denen die Tabellenführung verteidigt werden muss. Die Frankfurt Lions, die ein Spiel mehr bestritten haben, sind nach Punkten schon mit den Eisbären gleichgezogen.

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