Sport : Starkes Thüringen-Duo

Platz zwei und drei in Hamar über 5000 Meter

Hamar - Die Gefühlswelten der deutschen Stars lagen beim Eisschnelllauf-Weltcup in Hamar so weit auseinander wie nie zuvor. Die weiter gesperrte Olympiasiegerin Claudia Pechstein musste dabei im heimischen Fernsehsessel mit ansehen, wie die Erfurterinnen Stephanie Beckert und Daniela Anschütz-Thoms mit den Plätzen zwei und drei sowie tollen Zeiten über 5000 Meter die Olympia-Tickets buchten.

Anni Friesinger-Postma dagegen musste mit Verdacht auf Schweinegrippe vorzeitig den Heimflug antreten. In der Nacht wurde die Weltmeisterin von Fieberkrämpfen und Schweißausbrüchen geschüttelt, nachdem sie schon tags zuvor ihr 1500-m-Rennen absagen musste. „Der Teamarzt hat uns mitgeteilt, dass es Symptome gibt, die dafür sprechen“, sagte Teamchef Helge Jasch. „Das ist natürlich scheiße. Aber gegen so eine Krankheit kann man nichts machen“, sagte Friesinger-Postma am Sonntag auf dem Weg zum Flughafen nach Oslo.

Für das eigentliche „Wunder von Hamar“, so Jasch, sorgte die Berlinerin Katrin Mattscherodt, die in der B-Gruppe in 7:05,01 Minuten schneller war als sieben Läuferinnen der Top-Gruppe und völlig überraschend den dritten Olympia-Platz für das deutsche Team über 5000 Meter buchte. Dies wiederum dürfte auch Claudia Pechstein gefreut haben, da diese nun im Falle eines Freispruchs am Mittwoch nun doch noch Hoffnungen hegen darf, Mattscherodt in einer Ausscheidung um den Olympia-Platz zu eliminieren.

Nach der erneuten Ablehnung ihres Eilantrages durch den Sportgerichtshof Cas hatte Pechstein voller Frust erneut den Weltverband Isu wegen mangelnder Fairness angegriffen. Der Cas war in seiner Begründung der Isu gefolgt, dass ihr durch das Fehlen in Hamar kein „irreparabler Schaden“ entstünde, weil der deutsche Verband den durch andere Sportlerinnen erkämpften Olympia-Platz auch Pechstein zugestehen könnte.

Unbeeindruckt von der ungelösten Causa Pechstein ließ sich das Thüringen-Duo nicht beirren. „Ich war verblüfft, dass es so weit unter sieben Minuten gegangen ist“, sagte Beckert, nachdem sie in 6:52,79 Minuten gleich 8,54 Sekunden unter ihrer Bestzeit geblieben und auf Rang sechs der Weltbestenliste gestürmt war. Zwei Tage nach ihrem 35. Geburtstag unterbot auch Anschütz-Thoms als Dritte in 6:59,62 Minuten die Sieben-Minuten-Marke: „So schnell war ich noch nie in Europa. Mein bestes 5000-m-Rennen seit Jahren.“ dpa

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