Sport : Stars für Jaroslawl?

Russland diskutiert über die Zukunft des Klubs

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Am Montag ist die Zahl der Toten des Flugzeugabsturzes von Jaroslawl auf 44 gestiegen. Der Stürmer Alexander Galimow war der Einzige aus der Eishockeymannschaft von Lokomotive Jaroslawl, der das Unglück zunächst überlebt hatte, gestern früh aber verstarb er in einer Moskauer Spezialklinik für die Behandlung von Verbrennungen. Auch der deutsche Nationalspieler Robert Dietrich zählte zu den Opfern, nun kämpfen die Ärzte noch um das Leben des Bordingenieurs.

Nachdem am Samstag 100 000 Menschen in der Eissport-Arena von Jaroslawl Abschied von den Toten genommen haben, fand am Montag eine Beratung im Kreml unter Leitung von Präsident Dmitri Medwedew zur Zukunft des Klubs statt. Zuvor schon hatte Sportminister Witali Mutko den Fans zugesagt, sie würden ihren Klub nicht verlieren. Das sei man den toten Spielern schuldig, auch wäre es schade um die teure Infrastruktur.

Mutko und der Präsident der Kontinentalen Liga, der ehemalige Eishockeyprofi Wjatscheslaw Fetissow, favorisieren für den Relaunch ein ähnliches Konzept wie 1979 für den Fußballklub Pachtakor aus Taschkent. Auch dieser war – Ironie des Schicksals – zum Spiel nach Minsk unterwegs gewesen, als die Tu134 über dem ukrainischen Dnepropetrowsk in fast zehntausend Meter Höhe mit einer Maschine gleichen Typs kollidierte. Alle Mannschaften mussten damals Spieler abgegeben, auch Stars.

Doch zu kommunistischen Zeiten genügte für den Zwangstransfer ein bloßer Ukas des Sportministers. Heute liegen die Hürden höher. Angesichts der Ausnahmesituation, so Sportfunktionäre, sei die Auflösung bestehender Verträge kein unüberwindliches Problem. Immerhin 36 Spieler – meist ehemalige Spieler Jaroslawls – haben ihr Wechselinteresse bekundet. Allerdings kann Lokomotive frühestens 2012/2013 antreten. Derzeit ist nur die Jugendauswahl einsatzbereit und die antreten zu lassen, sei Wettbewerbsverzerrung, sagte ein Funktionär des Klubs, außerdem würde das den geschockten Nachwuchs weiter traumatisieren.

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