Sport : Stars und Schnäppchen

Wie viel das Istaf für Olympiasieger bezahlen muss

Frank Bachner

Berlin - Jewgeni Trofimow feiert am Sonntag seinen 60. Geburtstag und da muss Jelena Isinbajewa dabei sein. Das hat Thomas Kremer jetzt gelernt. Immerhin hat Trofimow einen erheblichen Anteil daran, dass Isinbajewa Olympiasiegerin im Stabhochsprung wurde und vor kurzem in Brüssel mit 4,92 m ihren achten Weltrekord in 15 Monaten sprang. Klar, dass der Geburtstag des Trainers wichtiger ist als ein Start beim Leichtathletik-Meeting Istaf (Sonntag, Olympiastadion, 13 Uhr). „Wir hätten sie um keinen Preis der Welt bekommen“, sagt Thomas Kremer, Athleten-Verpflichter des Istaf.

Wenn die Russin nicht den Geburtstag vorgezogen hätte, hätte das Istaf rund 25000 Dollar bezahlen müssen. So taxiert einer, der vor kurzem noch selber Athleten verpflichtet hat, den Marktwert der 22-Jährigen. Olympiasieger, das sagt auch Kremer, haben ihren Preis. Und bei einem Gesamtbudget von rund zwei Millionen Euro ist die Grenze schnell erreicht. 14 Olympiasieger starten beim Istaf, ihre Gage hängt aber von ihrer Disizplin ab. Der Dreispringer Christian Olsson dürfte rund 15 000 Dollar kassieren, die 400-m-Siegerin von Athen, Tonique Williams-Darling von den Bahamas, wird nicht unter 20000 Dollar zu bekommen sein. Noch teurer wird wohl Allen Johnson sein. Der fünfmalige Weltmeister über 110 m Hürden wird sich mit dem Chinesen Liu Xinag, dem Olympiasieger, ein besonderes Duell liefern. Der US-Amerikaner stürzte in Athen im Zwischenlauf, mit dem Slogan „das verspätete Olympia-Duell“ werben jetzt die Istaf-Verantwortlichen. Johnson dürfte rund 25000 Dollar kassieren. Einer wie er lebt vom Namen. Marion Jones auch. Die dreimalige Olympiasiegerin von 2000 wurde in Athen zwar nur Fünfte im Weitsprung, aber sie hat als Zugnummer ihren Preis. Freilich: Rund 40 000 Dollar wie zu ihren Glanzzeiten wird sie jetzt nicht bekommen.

Kremer spart vor allem bei den 30 Silber- und Bronzemedaillengewinnern, die in Berlin starten. „Die waren relativ günstig“, sagt Kremer. „Es gab sogar einen regelrechten Ansturm auf einen Platz im Istaf-Feld.“ Das liege am Termin. Das Istaf liegt zwischen Athen und Grand-Prix-Finale. „Hier wollen alle noch mal starten.“

Aber die Preise sind generell gefallen. Auf die Gage, die Michael Johnson vor wenigen Jahren noch beim Istaf kassierte, kommt keiner mehr. Der 200- und 400-m-Weltrekordler erhielt mehr als 100 000 Mark.

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