Sport : START IN DIE BASKETBALL-EUROPALIGA: Alba zwischen Play-offs und Abstiegsplatz

SEBASTIAN ARLT

BERLIN .Wo steht Alba Berlin? So richtig, sagt Henrik Rödl, der Mannschaftskapitän des Basketball-Europaligisten, wisse man das noch nicht.Bisher hat man zwar alle sechs Bundesligaspiele gewonnen, doch die richtige Standortbestimmung wird es für den Deutschen Meister erst heute abend geben.Wenn kurz nach 21.30 Uhr das erste Europaligaspiel in dieser Saison zwischen den Berlinern und ZSKA Moskau in der Max-Schmeling-Halle (Beginn 20 Uhr/live im Inforadio) beendet sein wird, dürften Spieler, Trainer und Fans einen ersten Eindruck haben, wohin in dieser Europaliga-Spielzeit die Reise für die junge Alba-Mannschaft gehen wird.

Der Russische Meister, neben Olympiakos Piräus, Kinder Bologna, KK Zadar und Ülker Istanbul Gruppengegner der Berliner gilt als heißer Anwärter für das Final Four der besten vier Team, das im April 1999 in München stattfinden wird.Für die Verantwortlichen bei Alba stand nach der Auslosung im Sommer in München fest: "Das ist eine Hammergruppe." Für Alba Berlins Trainer Svetislav Pesic ist Moskau sogar erster Favorit auf einen Final-Four-Platz: "Vom Potential her hat ZSKA die beste Mannschaft." Eine Mannschaft gespickt mit Nationalspielern, die vor etwa zwei Monaten mit dem russischen Team hinter Jugoslawien auf den zweiten Rang bei der Weltmeisterschaft in Athen kamen.Im Halbfinale hatten die Russen das US-Team geschlagen, in dem auch Wendell Alexis und Albas neuer Spielmacher Kiwane Garris standen.Von einer Revanche in der Europaliga will Wendell Alexis allerdings nichts wissen: "Das ist Vergangenheit, wir sollten uns auf die Gegenwart konzentrieren."

Neun russische Nationalspieler stehen bei ZSKA unter Vertrag, hinzu kommt noch Sprungwunder Randy White, den man noch von seinem Engagement bei Maccabi Tel Aviv her kennt.Sein Moskauer Trainerkollege Stanislav Eremin habe, so Pesic, das Problem, fast zuviele hervorragende Spieler in seinem Team zu haben.Schöne Probleme ...Alle Augen werden heute natürlich auf Wassili Karassew gerichtet sein, der im Sommer ja von Alba trotz eines bestehenden Vertrages nach Moskau zurückgekehrt war.Er ist Denker und Lenker im Spiel von ZSKA.Natürlich sei es ein Vorteil, "daß wir Wassili gut kennen" (Pesic).Doch warnt er auch: "ZSKA ist nicht nur Karassew." Gram wegen seines unvorhersehbaren Abgangs seien die Alba-Spieler Karassew jedoch nicht, sagt Rödl.Aber: "Wir wollen zeigen, daß wir auch ohne Wassili ein gutes Team sind."

Ein Team, dem nach dem Weggang von Henning Harnisch, Christian Welp, eben Karassew und auch Stephen Arigbabu vor allem in der Europaliga eine wichtige Eigenschaft fehlt: Erfahrung.Gerade auch aus diesem Grund ist es schwer, eine Prognose abzugeben, was Alba Berlin nach dem Erreichen des Play-off-Achtelfinales im ersten und des -Viertelfinales im zweiten Jahr diesmal erreichen kann."Wir befinden uns in der Luft zwischen Play-offs und dem sechsten Platz", sagt Pesic.Platz sechs, der den Abstieg der Berliner aus der Europaliga bedeuten würde.

Doch bange machen gilt nicht.Svetislav Pesic sieht viel "Talent und Qualität" in seiner runderneuerten Mannschaft, in der vor allem Spielmacher Kiwane Garris (feiert heute seinen 24.Geburtstag) noch einige Zeit zur Integration brauche.Pesic: "Er ist zum erstenmal überhaupt in Europa und muß sich erst eingewöhnen." Garris, so der Alba-Coach, habe jedenfalls eine sehr großes Potential.

Wie kann man gegen ZSKA Moskau gewinnen? Pesic möchte, daß Alba die Moskauer mit deren eigenen Waffen schlägt, nämlich mit schnellem, attraktivem und mutigem Spiel.Er fordert: "Wir dürfen nicht zuviel nachdenken - und nicht zögern."

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