Sport : Start ohne Marathonmann

Hertha muss in der Bundesliga auf Arne Friedrich verzichten

André Görke

Berlin. Nichts geht über eine gute Urlaubsplanung. Ulrich Schleicher hatte sich nur wenige Tage zurückgezogen, von seiner Arztpraxis und von Hertha BSC. Vor einer Woche hat der Mannschaftsarzt nun seine Arbeit wieder aufgenommen. Und seitdem kann Schleicher über vieles klagen, nur nicht über fehlende Beschäftigung.

Abwehrspieler Arne Friedrich, der über anhaltend starke Schmerzen im Unterleibsbereich klagt, bleibt laut Schleicher „unser Sorgenkind“. Herthas Trainer Huub Stevens sagt sogar, dass ein Einsatz des 24-Jährigen am ersten Spieltag am Samstag gegen Werder Bremen „zu früh kommt“. Vor einer Woche hatte Stevens gehofft, dass sein rechter Außenverteidiger am gestrigen Dienstag gegen die eigenen Amateure spielen könnte. Doch daraus wurde nichts, die Profis traten ohne ihn an und gewannen 6:1 (Tore: Karwan/2, Pinto/2, Nando, Luizao). Wann Friedrich zurückkehrt, ist laut Schleicher „völlig offen“.

Die Vorbereitungsphase verläuft in dieser Saison etwas kurios. Friedrich, der in der vergangenen Saison 33 Bundesligaspiele bestritt und von der Boulevardpresse den Namen „Marathonmann“ verpasst bekam, klagt seit zwei Wochen über die Belastung in den vergangenen Monaten. Zum Saisonstart fällt Friedrich nun aus. Für Hertha ist das nicht ungewöhnlich, denn in den vergangenen Jahren haben sich sonst Marko Rehmer und Dick van Burik mit beeindruckender Regelmäßigkeit kurz vor Saisonstart verletzt. Diesem Ritual sind sie treu geblieben. Rehmer brach sich gerade das Nasenbein, van Burik wurde im Testspiel gegen Istanbul wegen einer Rückenblockade ausgewechselt.

Rehmer aber, der seit seiner schweren Verletzung im März 2002 (Kapsel- und Bänderriss) so oft verletzt war, meldete sich schnell zurück, spielte gestern gegen Herthas Amateure und könnte ebenso wie Andreas Schmidt für Friedrich auflaufen. Dick van Burik nahm vormittags wieder am Training teil. Bleibt neben Arne Friedrich nur noch Spielmacher Marcelinho, der eine Prellung am rechten Außenspann erlitt. Schleicher sagt aber, dass Marcelinho gegen Werder Bremen „spielen kann“.

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