Start verschlafen : Eisbären verlieren in Mannheim im offenen Schlagabtausch

Die ersatzgeschwächten Berliner Eisbären verlieren nicht nur das Spitzenspiel in der DEL, sondern in der hitzigen Atmosphäre von Mannheim auch noch Sven Felski.

Rainer Kundel
Der Mannheimer Ken Magowan (r) schirmt gegen den Berliner Jimmy Sharrow den Puck ab.
Der Mannheimer Ken Magowan (r) schirmt gegen den Berliner Jimmy Sharrow den Puck ab.Foto: dpa

Bei ihrer Rundreise in die Städte der Deutschen Eishockey-Liga kamen die Eisbären Berlin nach Stationen in Hannover und Nürnberg zum Abschluss der zweiten Kalenderwoche des neuen Jahres bei den ambitionierten Mannheimer Adlern an. Ohne sieben Stammkräfte - am Freitag verlängerte der in Nürnberg wegen einer Gehirnerschütterung ausgeschiedene Tyson Mulock das Lazarett - wurden die Cracks von Don Jackson in der zum dritten Mal mit 13.600 Besuchern ausverkauften Mannheimer Arena kalt erwischt und konnten bei der 5:2 (2:0, 2:1, 1:1)- Niederlage trotz merklicher Steigerung eine weitere deutliche Niederlage nicht vermeiden.

Der erste Schuss auf das Gehäuse von Rob Zepp fand durch Dimitrakos nach 64 Sekunden den Weg über die Torlinie. Die anfänglich stürmisch attackierenden Kurpfälzer legten schon drei Minuten später zum 2:0 nach, als Zepp von Mannheims Kapitän Kink die Sicht genommen war und Lehoux beim Nachschuss leichtes Spiel hatte. Dazwischen lag nur vermeintlich der Ausgleich. Ein Schuss aus dem Hinterhalt von Sharrow fand zwar den Weg vorbei an Brathwaite, doch wurde dieser unmittelbar vor seinem Gehäuse derart von einem Gegenspieler behindert, dass zurecht auf Torraum-Abseits entschieden vor.

Erst nachdem Darren Olver (26.) den zögerlichen "Begleitschutz" zweier Verteidiger zum Anschlusstreffer nutzte, befreite sich der in die Bredouille geratene Tabellenzweite aus seinen Nöten und stellte 51 Sekunden später durch einen eleganten Schlenzer von Lehoux unter das Tordach den zwei-Tore-Abstand wieder her. Die offensiv kreativ-druckvollen, ,jedoch im Rückwärts-gang anfälligen Berliner wurden nach Scheibenverlusten immer wieder von schnellen Gegenangriffen überrascht. So auch Sven Felski, der gegen den alleine durchgebrochenen Plachta die Notbremse ziehen musste. Den fälligen Strafschuss verwandelte der 21-jährige kaltschnäuzig zum 4:1 durch die Schoner des Torhüters.

Aufgeben war in dem unterhaltsamen Match nicht Sache des Meisters, zumal Tallackson gleich zu Beginn des letzten Abschnitts den großzügig gewährten Raum zum 4:2 nutzte. Es folgte eine ganz starke Schluss-Offensive des Tabellenführers. die darin gipfelte, dass Coach Don Jackson vor  Beginn der beiden letzten Spielminuten schon Zepp zugunsten eines Feldspielers vom Eis ging. Womit allerdings das fünfte Tor des sechsfachen deutschen Meisters durch Magowan (59.) vorgezeichnet war. Frustration kam hervor, als 28 Sekunden vor der Sirene zwei Mannheimer mit ihren Kontrahenten die Argumente mit Fäusten austauschten, was Sven Felski an seinem Jubiläums-Wochenende wegen eines zuvor begangenen groben Fouls an Seidenberg eine Matchstrafe einbrachte. Nach seinem 901. Spiel muss der Routinier nun bis zu einer Verhandlung auf das Strafmaß warten. Für das Spiel am Dienstag gegen den EHC Wolfsburg ist deshalb ein weiterer Ausfall gewiss.

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