Sport : Staunen wie ein Kind

Mathias Klappenbach

Alle haben sich darüber gefreut, dass Robert Hoyzer doch ins Gefängnis muss. Das macht schließlich Hoffnung. Darauf, dass man ohne Zweifel – außer dem der sportlichen Auseinandersetzung an sich innewohnenden – wetten kann, wie ein Fußballspiel ausgeht. Zumindest in höheren deutschen Ligen. Die vielen internationalen Skandale regen ja niemanden mehr auf.

Viele Menschen wetten, weil das Sporterlebnis spannender wird, wenn es auch für den Zuschauer um etwas geht. Der Markt boomt, wie die Auseinandersetzungen zwischen Staat und privaten Anbietern zeigen. 2007 wird man irgendwo auch Geld darauf setzen können, ob der nächste Toursieger gedopt sein wird oder nicht. Und darauf, ob ein Sportheld wie Michael Schumacher nicht doch zurückkommt, weil man ihn vermisst.

Konsequenterweise müsste man auch die Anzahl der rassistischen Schmährufe pro Fußballliga als Wette anbieten, nur kann man darüber schwer Buch führen. Allerdings scheinen objektive Maßeinheiten wie gestoppte Zeiten oder geworfene Punkte zunehmend weniger aussagekräftig. Weil der Respekt vor sensationellen sportlichen Ergebnissen wegen des allgegenwärtigen Zweifels gesunken ist. Man freut sich zwar noch mit den Athleten über die Leistungen, aber nicht mehr so wie früher, nicht mehr staunend wie ein Kind. Sondern eher, weil der richtige Sieger auf dem Zettel stand. Dabei wäre das doch egal, wenn es wieder mehr Freude über großen Sport geben würde.

Demjenigen, der auf Axel Schulz gesetzt hat, kann man natürlich sagen, dass er selbst schuld ist und keine Ahnung hat. Ebenso dem Menschenfreund, der noch auf einen Sieg des Schach-Weltmeisters gegen den Computer gehofft hatte. Zum Glück war das in diesem Jahr alles nicht so wichtig, zum Glück war in diesem Jahr WM. Und im nächsten gewinnt bestimmt Henry Maske.

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