Stefan Beinlich : "Hansa hat noch einen Namen"

Stefan Beinlich ist der neue Manager von Hansa Rostock. Im Interview spricht er über seine Arbeit beim künftigen Drittligisten.

Stefan Beinlich
Stefan BeinlichFoto: dpa

Herr Beinlich, nach Hansa Rostocks Erstligaabstieg 2008 hat man Ihnen schon einmal ein Amt in der sportlichen Führung des Vereins angeboten. Damals lehnten Sie ab. Nun ist Hansa drittklassig, und Sie haben zugesagt. Warum?

Ich habe immer gesagt, dass ich dem Verein helfen will. 2008 sollte ich Teammanager werden und Hotels und Trainingslager buchen. Um etwas bewegen zu können, hätte es mehr Kompetenzen bedurft. Die habe ich jetzt als Sportchef.

Ein Engagement von Ihnen war lange undenkbar, nachdem Sie 2008 im Zuge des Erstligaabstiegs den fehlenden Willen für einen Neuanfang mit den Worten kritisierten: „Es geht einigen nicht um den FC Hansa, sondern nur um sich selbst.“ Was ist damals im Verein schiefgegangen?

Schon dieser Abstieg wäre vermeidbar gewesen. Wir hatten uns damals nicht wirklich verstärkt, obwohl viele Spieler geholt wurden. Der Kader war zu groß, aber nicht konkurrenzfähig. Der Verein hat sich nicht mehr nach vorne entwickelt. Der Niedergang war absehbar. Dass wir aber so schnell in der Dritten Liga landen würden, hätte ich nicht gedacht.

Der hoch verschuldete Klub fängt quasi bei null an: Wenige Spieler haben bislang Verträge für die Dritte Liga, die Lizenz ist noch nicht gesichert, nach Fan-Ausschreitungen hat der Ruf stark gelitten. Was setzen Sie dem als Manager entgegen?

Wir haben in Peter Vollmann, der unter anderem mit Trier und Braunschweig in die Zweite Liga aufgestiegen ist, schnell den idealen Trainer für Rostock gefunden. Wir arbeiten gerade Tag und Nacht daran, eine konkurrenzfähige Mannschaft zusammenzustellen. Finanziell können wir keine großen Sprünge machen. Dennoch hat Hansa noch einen Namen. Wir sind überzeugt, zukunftsfähige Spieler an den Verein binden zu können – Spieler, die hier etwas aufbauen möchten.

Sie haben auf eigenen Wunsch einen Einjahresvertrag unterschrieben. Wie passt diese zeitliche Beschränkung damit zusammen, in Rostock etwas aufbauen zu wollen?

Keine Frage: Der Verein und ich möchten längerfristig zusammenarbeiten. Ich finde es aber sinnvoll, sich nach einem Jahr zusammenzusetzen und zu gucken, ob es passt oder nicht.

Das Gespräch führte Kerstin Hebeler.

Stefan Beinlich, 38, ist der neue Manager des künftigen Drittligisten Hansa Rostock. Der Ex-Nationalspieler ist als Profi mit Hansa zweimal in die Fußball-Bundesliga aufgestiegen.

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