Sport : Stefan Lindemann: Sprünge auf der Eisschnelllaufbahn

Junioren-Weltmeister Stefan Lindemann steht vor seiner Reifeprüfung. Der 20 Jahre alte Aufsteiger der letzten Eiskunstlauf-Saison muss sich in diesem Winter gegen die starke internationale Konkurrenz behaupten, denn seine Schonzeit bei den Jugendlichen ist vorbei. Beim ersten Härtetest am Wochenende in Gelsenkirchen wird der Erfurter an seinem Sprungrepertoire gemessen. Die entscheidende Frage ist: Zeigt er den vierfachen Toeloop, den er vor zehn Monaten im Training erstmals stand? Nur dann kann der Thüringer beim dritten Grand Prix der Saison an die Weltklasse-Läufer wie Skate-America-Sieger Timothy Goebel (USA), Russlands Europameister Ewgeni Pluschenko und Chinas Springwunder Chengjiang Li herankommen.

Nach einer verpatzten Generalprobe bei den Berliner Meisterschaften am vergangenen Wochenende, wo er in der Kür statt der geplanten sieben Dreifachsprünge nur zwei aufs Eis brachte, muss sich Lindemann deutlich steigern. "Wer ein Großer werden will, der muss dem Erwartungsdruck auch standhalten, muss mit dem Wettkampfstress zurecht kommen", fordert Trainerin Ilona Schindler von dem Deutschen Meister.

Sie lässt keine Entschuldigung gelten, auch wenn ihr Schützling einige vorzubringen hätte. So muss der Schüler des Erfurter Courbertin-Gymnasiums neben seinem Training auf dem Eis und im Kraftraum auch noch für die Schule pauken, denn im Frühjahr steht das Abitur an. Zu der Doppelbelastung kamen im Sommer etliche Probleme, so dass die Saison-Vorbereitung immer wieder unterbrochen wurde. Erst behinderte ihn eine langwierige Sehnenscheidenentzündung, die sich Lindemann durch einen schlecht sitzenden neuen Schlittschuh zugezogen hatte. Dann wurde die Eishalle in Erfurt umgebaut und er musste seine Pirouetten auf der Eisschnelllaufbahn drehen. "Wer ganz nach oben will, der muss so etwas wegstecken", sagt Schindler. Neben Lindemann ruhen die Hoffnungen der Deutschen Eislauf-Union (DEU) beim mit 246 000 Dollar dotierten Grand-Prix-Wettbewerb auf dem Tanzpaar Kati Winkler und Rene Lohse.

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