Steffen Freund : "Man muss bescheiden bleiben"

U-17-Trainer Steffen Freund spricht im Interview mit dem Tagesspiegel über den Einzug seiner Mannschaft ins EM-Finale.

Steffen Freund, 41, ist Trainer des U-17-Nationalteams. Als Spieler wurde er zweimal mit Dortmund Deutscher Meister.
Steffen Freund, 41, ist Trainer des U-17-Nationalteams. Als Spieler wurde er zweimal mit Dortmund Deutscher Meister.Foto: dpa

Herr Freund, Ihre U-17-Nationalmannschaft steht heute im EM-Finale gegen die Niederlande. Ist das für Sie eine Revanche für Ihre 0:2-Auftaktniederlage oder für die Holländer für das verlorene Finale bei der U-17-Europameisterschaft 2009?

Beides. Wir wollen natürlich zeigen, dass wir die bessere Mannschaft sind. Der Titel wäre das Größte, den haben wir intern von Anfang an als Ziel ausgegeben. Ich habe noch den Zettel vom ersten Qualifikationsspiel in Estland, da haben wir draufgeschrieben: elf Spiele bis zum Titel. Das Finale gegen Holland ist jetzt das elfte.

Nach den drei Junioren-Titeln 2008/09 haben zuletzt drei deutsche Jahrgänge die EM-Teilnahme verpasst. Darüber wurde debattiert. Ist dies nun wieder ein stärkerer Jahrgang?

Dass Turniere verpasst wurden, ist einfach der schwierigen Qualifikation geschuldet. Neben dem Gastgeber können nur sieben Teams zur Europameisterschaft, das verschärft einfach den Wettbewerb. Als DFB haben wir natürlich immer das Ziel, zu Endrunden zu kommen und um Titel zu spielen. Es werden Voraussetzungen dafür geschaffen, professionell zu arbeiten. Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass einige Jungs irgendwann in der Bundesliga oder gar in der Nationalmannschaft bei Joachim Löw landen.

Wer sind die größten Talente in Ihrer Mannschaft?

Bei meinem Kapitän Emre Can weiß jeder, dass der eine große Zukunft haben könnte. Er ist konditionell, taktisch und technisch schon sehr weit. Ich könnte auch noch mehr Namen nennen, aber das würde nur den Druck erhöhen. Wir schulen hier auch die Persönlichkeit, man muss so fleißig und bescheiden bleiben wie Mario Götze von Borussia Dortmund. Entscheidend ist, dass die Spieler den Übergang von der A-Jugend zu den Profis schaffen.

Sie sind im Halbfinale gegen Dänemark des Feldes verwiesen worden. Lernen Sie als Trainer auch noch dazu?

Natürlich. Da nehme ich mich nicht aus. Das war ein Fehler von mir, aber der Schiedsrichter hatte zuvor auch eine falsche Entscheidung getroffen.

Das Interview führte Dominik Bardow.

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