Sport : Steht auf, wenn ihr Deutsche seid

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Robert Ide über eine neue Idee

von Gerhard MayerVorfelder

Durch Deutschlands Fußball geht gerade ein Ruck. Zuerst hat Oliver Kahn gegen die Bummelei seiner jungen Kollegen gepöbelt – die würden mit ihren Wehwehchen dem Nationalteam schaden. Das gab eine fette Schlagzeile vor dem Länderspiel gegen Italien. Jetzt, ein 0:1 später, reiht sich Gerhard Mayer-Vorfelder ein in die Reformerfront. Er ruft in den Blätterwald: Steht auf, wenn ihr Deutsche seid! Das gibt bestimmt wieder eine fette Schlagzeile. Und die Fans dürfen denken: Endlich passiert was.

Gerhard Mayer-Vorfelder will eine Ausländer-Beschränkung für die Bundesliga. „Der Ausländer-Anteil liegt bei fast 60 Prozent“, beschwerte sich der Chef des Deutschen Fußball-Bundes im Fernsehsender DSF. Deutsche Talente würden kaum noch spielen, und das würde dem Nationalteam schaden, kurzum: „So kann es nicht weitergehen“.

Nun hat Gerhard Mayer-Vorfelder, der ehemalige Landespolitiker und ehemalige Vereinschef des VfB Stuttgart und jetzige Chef des ehemals mächtigen Deutschen Fußball-Bundes, leider eine Kleinigkeit übersehen. Innerhalb der Europäischen Union ist die freie Wahl des Arbeitsplatzes gesetzlich verankert. Jeder europäische Fußballprofi darf dort spielen, wo er möchte. Das dürfte sich schwer ändern lassen. Deshalb hat Nationaltrainer Rudi Völler den Vorschlag seines Chefs als „Träumerei“ abgetan.

Wenn sich Völler da mal nicht irrt. Denn Mayer-Vorfelder will im europäischen Fußball-Verband Uefa angreifen und gemeinsam mit Engländern, Italienern und Franzosen das Recht ändern. Und dann, wenn in England nur noch Engländer und in Italien nur noch Italiener und in Deutschland nur noch Deutsche spielen, dann ist der Ruck endlich geschafft. Dann wird die Nationalmannschaft nie wieder Probleme bekommen und nie wieder 0:1 verlieren. Und der Erfinder dieses genialen neuen Gesetzes, ein gewisser Herr Mayer-Vorfelder aus Stuttgart, wäre wieder wer im europäischen Fußball.

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