STEIL Pass : Im Zeichen der Vier

Markus Hesselmann über Umstürzlerisches auf der Insel

Auf der Insel tut sich was. Nicht nur, dass es kein englisches Team unter die letzten Vier der Champions League geschafft hat. Auch die Big Four der Premier League sind auf einmal nach unten offen. Der FC Liverpool ist erst einmal rausgefallen. Der 18-malige Englische Meister kabbelt sich an den letzten beiden Spieltagen mit Tottenham Hotspur, Aston Villa sowie dem neureich-scheichgesponserten Manchester City um Platz vier und die Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation und hat dabei derzeit die schlechteste Ausgangsposition.

Noch Umstürzlerischer aber klingt das, was die Labour-Partei im Wahlkampf vorlegt. Mit Blick auf die zahlreichen Klubübernahmen durch windige Geldgeber (oder -nehmer) und das nicht zuletzt daher rührende ruinöse Geschäftsgebaren soll den Fans über eine Treuhand grundsätzlich ein Viertel der Anteile an ihren Klubs gewährt werden. Im Fall einer Insolvenz sollen die Fans Zeit bekommen, sich zu organisieren, bevor irgendein Tycoon, Oligarch oder Scheich zuschlagen kann – Intelligenz der Massen gegen Profilneurose des Einzelnen.

„Symbolisch ist dies ein wichtiger Moment, wenn auch noch kein entscheidender praktischer Fortschritt“, kommentiert das Fanmagazin „When Saturday Comes“ mit Blick darauf, dass die Fans mit ihrem Viertel dann zwar ein Mitsprache-, aber kein Entscheidungsrecht hätten. Der Boden sei aber bereitet für eine neue Fan-Bewegung auf der Insel.

Dem Fan in der Ferne bleibt derweil nur, den Spurs und Villa die Daumen zu drücken. Damit die Champions League ein weiteres Jahr von Manchester City verschont bleibt.

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