STEIL Pass : Kassenwart bei den Almochsen

Auch das langweiligste Fußballspiel kann unterhaltsame Begleitumstände haben. Philipp Köster über ulkige Fanklub-Namen.

Philipp Köster

Am letzten Samstag schaute ich im Bielefelder Block das Spiel der Arminia bei Hertha BSC. Und so ermüdend sich der Kick angesichts der eher raren Bielefelder Torschüsse auch gestaltete, so wurde es doch ein unterhaltsamer Nachmittag. Was vornehmlich an drei Mitgliedern des Fanklubs „Eckhardsheimer Almochsen“ lag. Die saßen nämlich in der Reihe vor uns, prosteten sich im Minutentakt mit großen Plastikhumpen voller Bier zu und intonierten mit schon schwerer Zunge einschlägige ostwestfälische Stimmungslieder. Ein wenig hörte sich das tatsächlich an wie das Geblöke gelangweilter Ochsen auf einer frisch gemähten Almwiese, insofern hatte der zunächst etwas skurril anmutende Fanklub-Name durchaus seine Berechtigung.

Nicht immer allerdings sind Fanklubnamen so glücklich gewählt. Mit Schaudern erinnere ich mich etwa an den Arminia-Fanklub „Käptn Blaubär“, dessen Mitglied ich mit 18 Jahren wurde. Ein Name, der ein Durchschnittsalter der Mitglieder von allenfalls sieben Jahren vermuten ließ und der deshalb in der Fanszene höhnisch belacht wurde. Meine anderen Fanklubs waren nicht viel besser. Der Fanklub „Teutoburger Wald“, löste sich nach wenigen Tagen wieder auf, weil wir uns auf der Klubfahne verschrieben hatten, dort stand „Teuteburger Wald“ und alle Ausbesserungsversuche mit dem Filzstift hatten es nur noch schlimmer gemacht. Und die Nachfolgevereinigung wurde schon vor der Namenssuche ad acta gelegt, weil außer mir (ich war als Vorsitzender vorgesehen) keiner beitreten wollte. Enttäuschung, Bitterkeit, Zorn. Seither ist das Thema für mich durch.

Es sei denn, die Almochsen brauchen noch einen Kassenwart.

Philipp Köster schreibt an dieser Stelle im Wechsel mit Stefan Hermanns.

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