• STEILPASS Inland: Leicht durchfeuchtet Lars Spannagel über spritzendes Wasser und andere Ungerechtigkeiten

STEILPASS Inland : Leicht durchfeuchtet Lars Spannagel über spritzendes Wasser und andere Ungerechtigkeiten

Nach seinem Platzverweis in Leverkusen stapfte der Schalker Abwehrspieler Kyriakos Papadopoulos vor zehn Tagen missmutig vom Feld und kickte eine Wasserflasche durch die Gegend. Diese Missetat rief den DFB-Kontrollausschuss auf den Plan. In der Beschreibung des Tathergangs teilte das Sportgericht mit, die Flasche sei in den Kabinengang geflogen, „ein sich in der Nähe befindlicher TV-Mitarbeiter wurde dadurch mit Wasser bespritzt“. Das DFB-Gericht verurteilte Papadopoulos zu einer Geldstrafe von ... einen Augenblick noch ... bitte kurz Geduld... gleich kommt’s ... 5000 Euro.

Halten Sie mich ruhig für bekloppt: Ich finde, 5000 Euro sind ein recht hohes Bußgeld für einen bespritzten Fernsehmann. Leider wurde über dessen genaue Befindlichkeit – bedröppelt? leicht durchfeuchtet? pitschepatschenass? – nichts Weiteres bekannt. Womöglich wurde aber eine kostspielige Frisur in Mitleidenschaft gezogen oder ein vom Aussterben bedrohter Turnschuh ruiniert, das lässt sich wohl nicht mehr rekonstruieren. Wie dem auch sei: 5000 Euro! Fünftausend! Euro! Papadopoulos wird die Strafe bezahlen, wer möchte, kann an dieser Stelle seinen eigenen kleinen „Endlich mal ein Grieche, der seine Schulden begleicht“-Witz einfügen, mir ist das zu billig. Wahrscheinlich wird der Schalker nicht mal merken, dass er am Monatsende ein paar Euro weniger auf dem Konto hat. Ich finde das ungerecht. Manchmal ist mir nämlich auch stark danach, einen Baumarkt-Mitarbeiter, eine Bibliothekarin oder einen BVG-Kontrolleur mit Wasser zu bespritzen. Aus Angst vor einem Bußgeld traue ich mich aber nie.

Die Bundesregierung will übrigens den Satz „Die Privatvermögen in Deutschland sind sehr ungleich verteilt“ nicht in ihrem Armutsbericht lesen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben