Steilpass : Reklamiererei: Stoppen Sie das!

Schluss damit. Markus Hesselmann will bei Schiedsrichterentscheidungen in der Bundesliga keine hoch schnellenden Spielerarme mehr sehen.

Markus Hesselmann

Es nimmt Überhand. In der Bundesliga ist es inzwischen so, dass bei fast jeder sich anbahnenden oder bereits gefallenen Schiedsrichterentscheidung sämtliche Spieler in einem Radius von zwanzig Metern um den Tatort herum je einen Arm heben. Um anzuzeigen, dass ... – ja was eigentlich? Dass jene Schiedsrichterentscheidung – und mit ihr gefälligst jede Schiedsrichterentscheidung – im Sinne des armhebenden Spielers und seiner Mannschaft fallen müsste. Echte Profiversteher werden jetzt spielpsychologisch erläutern, dass man auf diese Art den Unparteiischen unterbewusst beeinflussen könne. Aber das ist spätestens dann unsinnig, wenn erwartbar jeder Spieler jedes Mal den Arm hebt.

Schlimm, dass sich sogar mein Held Sami Hyypiä nach seinem Wechsel von Liverpool nach Leverkusen von dieser Bundesliga- Krankheit anstecken ließ. Kann da nicht mal irgendein Supermagathtrainermanagerchef dazwischenhauen? Vorangehen und diesen genauso unsportlichen wie unästhetischen Unfug in seinem Team unterbinden? Oder wie wäre es mit einer sportwissenschaftlichen Studie, die nachweist, dass der Sekundenbruchteil, in dem der Spielerarm in die Höhe schnellt, genau dem Millimeter entspricht, der dem Spielerfuß fehlt, um dem aufs Tor zurennenden Gegner vielleicht doch noch den Ball wegzuspitzeln? Am besten wäre es allerdings, wenn die Fußballprofis einfach einsähen, wie pawlowhündisch dumm die einarmige Reklamiererei ist – und von selbst damit aufhörten.

Markus Hesselmann schreibt hier im Wechsel mit Stefan Hermanns und 11-Freunde-Redakteur Jens Kirschneck.

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