• Stepney droht Ferrari mit Enthüllungen Techniker wehrt sich gegen Spionage-Vorwürfe

Sport : Stepney droht Ferrari mit Enthüllungen Techniker wehrt sich gegen Spionage-Vorwürfe

Karin Sturm

Silverstone - Bis jetzt war er im Spionage-Skandal der Formel 1 der Hauptschuldige – doch jetzt attackiert Nigel Stepney. Er sei unschuldig und Sündenbock. „Ich wurde hereingelegt“, sagt der wegen der Weitergabe von geheimen Daten entlassene Techniker und droht Enthüllungen an, die seinen früheren Arbeitgeber Ferrari in Schwierigkeiten bringen könnten: „Ich war 14 Jahre bei Ferrari. Es gab da einige Kontroversen, und ich weiß, wo sie die Leichen im Keller haben.“

Der Engländer sprach aus einem „mediterranen Versteck“ mit britischen Zeitung. Denn in seinem Haus in Italien habe er nicht mehr bleiben können; er habe sich massiv bedroht gefühlt, nachdem er von Männern verfolgt worden war. „Das waren keine Journalisten, und als wir sie zur Rede gestellt haben, wollten sie nichts sagen. Außerdem haben sie so was wie Peilsender an meinem Auto angebracht, um mich zu verfolgen.“ James Bond lassen grüßen…

Alle Vorwürfe gegen ihn seien völlig aus der Luft gegriffen: Er habe weder mit Sabotage noch mit der Entwendung geheimer Unterlagen etwas zu tun. Davon, dass McLaren-Chefdesigner Mike Coughlan Ferrari-Dokumente von ihm bekommen haben soll, will er absolut nichts wissen: „Ich habe keine Ahnung, wie er die bekommen hat, überhaupt keine. Wir haben uns im April in Spanien getroffen, das war aber nur ein Treffen zwischen zwei alten Freunden“, sagte er. Auch ein Meeting mit Honda-Teamchef Nick Fry gibt er zu, „aber nur, um über eine Anstellung zu sprechen. Zu keiner Zeit haben ich oder Mike Nick technische Informationen angeboten.“ Stepney und Coughlan sollen sich mit den Daten bei Honda beworben haben. Es sei doch „etwas dumm“, mit solchen Unterlagen woanders hinzugehen: „Ich hatte alles Material in meinem Kopf, warum hätte ich das alles nochmal gebraucht?“ Er zweifle auch ernsthaft an, „dass Mike diese Dokumente hat“.

Stepney sagt, er sei in die Enge getrieben worden, weil er am vergangenen Winter öffentlich Kritik an Ferrari geäußert habe. Damals hatte er sich vergebens erhofft, Nachfolger von Ross Brawn als Technischer Direktor zu werden. Jetzt würde er dafür bezahlen: „Ferrari ist in Italien eine Religion. Wenn du gegen das Team bist, ist das, als wärst du gegen den Vatikan.“ Karin Sturm

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